Kraxenbachtal: Wandern am Wasser

Gipfelsturm bei Temperaturen über 30 Grad Celsius im Schatten? Selbst ein Wanderhund streikt da.  Die einsame Wanderung ins Hintere Kraxenbachtal ist die kühle Alternative ...

Bei Temperaturen über 30 Grad Celsius im Schatten ist selbst ein Wanderhund nicht zu einem Gipfelsturm zu bewegen. Wenn es dann auch noch zeitlich etwas eng wird, ist guter Rat teuer. Wir haben uns schließlich für die einsame Wanderung ins Hintere Kraxenbachtal entschieden, das liegt übrigens direkt an der Tour Nr. 13 aus meinem Buch (Kaitlalm). Viel Wasser und auch Schatten sind dort geboten – aber trittfest muss man sein und heftige Höhenangst sollte man auch nicht unbedingt haben ...

Wanderung in einsames und urwüchiges Tal

Start der Tour ist beim Holzknechtmuseum in der Laubau bei Ruhpolding. Von dort folgt man zunächst den Wegweisern Richtung Kaitlalm/Schwarzachenalm. Über einen asphaltierten Weg und nach einer Brücke rechts gelangen wir auf eine breite Forststraße, an der der Vierbeiner nach einer Kurve schon mal ins Wasser springen kann. Etwas bergauf trifft man dann auf Viehgatter, beim zweiten ist das Gelände der Schwarzachenalm erreicht.


Vor (!) der Alm folgen wir den Wegweisern rechts (Hinteres Kraxenbachtal) und gelangen von einer touristisch sehr beliebten Gegend in einsameres Gefilde. Hier marschieren normalerweise nur Bergsteiger, die über eine kletterreiche Strecke aufs Sonntagshorn wollen. Wir aber wandern ganz gemütlich am Danzenbach entlang. Ein schmaler Steig führt mal über felsendurchsetzten Boden, mal auf weichem Waldboden neben dem Danzenbach dahin. Schließlich teilt sich die Strecke in zwei Wege: Einer führt ins Vordere, einer ins Hintere Kraxenbachtal.


Wir folgen dem linken Wegweiser ins Hintere Kraxenbachtal. Teilweise geht es neben dem schmalen Steig ganz schön bergab, Trittsicherheit ist gefragt, und wer nicht ganz ohne Höhenangst ist, könnte es schon etwas an den Nerven bekommen, besonders an zwei ausgebrochenen Stellen. An einer Engstelle muss man sich – an einem Drahtseil anpackend – hinüber tasten. Für Hunde bietet die Strecke kaum ein Problem, besonders übermütige - wie meinen Ari – muss man ab und zu bremsen, damit sie nicht den Hang hinunter kugeln. Immer weiter geht es durch schattigen, urwüchsigen Wald, mal neben dem Bach, mal hoch über ihm hinauf zur Triftklause. Hier wurden früher Holzstämme über Wasser zu Tal gebracht.

Für uns war bei der Triftklause mit der Wanderung Schluss, möglicherweise kommt man aber mit Hund noch bis zur Hinteren Kraxenbach-Diensthütte - das möchte ich aber nicht direkt empfehlen, weil ich es selbst nicht ausprobiert habe. Weiter aufs Sonntagshorn ist die Strecke mit Hund jedenfalls nicht zu empfehlen, da es sich hin und wieder um Klettergelände handelt. 


Insgesamt waren wir hin und zurück mit viel Wasserplantschen ganz gemütliche vier Stunden auf 6,4 km und 360 Höhenmeter unterwegs und sind später auf der Schwarzachenalm eingekehrt. Für den Weiterweg zur Kaitlalm hat die Zeit nicht gereicht, wäre aber sicher eine schöne Alternative statt die Forststraße zurück zu gehen. Die genaue Beschreibung der Runde zur Kaitlalm gibts in meinem Rother Wanderbuch.

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Kommentare: 1
  • #1

    Kirsten Jung (Sonntag, 29 Mai 2016 15:57)

    Wir sind Fronleichnam 2016 durchs hintere Kraxenbachtal und nach der Triftklause noch ein bisschen weiter gelaufen. Die "Idee" war, unterhalb des Sonntagshorns auf nichtmarkiertem Pfad quer rüber zum mittleren Kraxenbachtal zu kommen und dort dann wieder zurück zur Schwarzachenalm zu laufen.
    Vorweg: Hat nicht geklappt - ob es möglich ist, wissen wir nicht - uns lief die Zeit davon, diverse vom Sonntagshorn kommende Bergsteiger - darunter auch Einheimische - kannten den auf der Karte eingezeichneten Querweg nicht, und so war es uns zu unsicher, dies auszuprobieren, wir sind daher auf gleichem Weg zurück.
    Knapp 45 Minuten oberhalb der Triftklause wechselt der Weg über den Hauptbach - und ab da ändert sich die Wegbeschaffenheit schlagartig - es wird sehr sehr steil, teils morastig und teils über schrofiges Gestein. Unsere Hündin hatte sich hier einen Fuß eingeklemmt und musste befreit werden, sie hatte sich aber glücklicherweise nicht verletzt. Ein sehr sehenswerter Wasserfall kommt nach zirka 20-30 Minuten, der die Kraxelei lohnt. Der Weg führt dann über seitlich abfallendes, schrofiges Gestein (Drahtseilversicherung) und dann über den Wasserfall und weiter. Kurz hinter dem Wasserfall dürfte dann - so unsere Karte . die hintere Diensthütte liegen. Wir sind jedoch aus genannten Gründen umgekehrt. Der Weg ist bis zum Wasserfall bzw. über den Wasserfall für einen bergerfahrenen, umsichtigen Hund machbar, mit einem ungestümen Junghund würde ich das allerdings nicht wagen! Spätestens ab Triftklause sollte sicherheitshalber ein Hundegeschirr drauf.