Bike und hike Cassis: Frankreichs steilste Klippen

Wandern mit Hund Cassis - route des cretes
Weiter Blick von den hohen Klippen des Cap Canaille auf Cassis und Teile der Calanques.

Wer will schon mit dem Rad eine Steigung von 30 Prozent fahren? Ich (eigentlich) nicht! Warum sich das Strampeln und Schieben zu Frankreichs höchsten Klippen am Ende doch gelohnt hat ...

Ein "geschenkter" sonniger Tag in Cassis und wir haben den Plan, das Cap Canaille zu besuchen, das wir die Tage zuvor immer wieder schon von "unten" bewundern durften. Dieser Küstenabschnitt gegenüber der Calanques besteht aus den steilsten Klippen Frankreichs und die Reiseführer verprachen beste Aussicht. Wieder wollten wir unser Wohnmobil nicht bemühen und hatten die glorreiche Idee, mit den Rädern zu einem Parkplatz zu fahren, von dem wir in die Panoramwanderung an der Steilküste einsteigen wollten.

 

Gesagt, getan: Zunächst geht es auf Nebenstraßen durch Cassis. Auf der von uns anhand einer Karten-App gewählten Strecke müssen wir die Räder ein paar Mal tragen, weil Treppen das Fahren verhindern. Kurz führt der Weg durch weinbewachsene Hänge, und dann geht es stetig bergauf.

 

Insgesamt sind es zwar (an den Alpen gemessen) nicht viele Höhenmeter, aber die Nebenstraße liegt in der prallen Sonne und mit einem alten Trekkingrad macht bergauf strampeln einfach keinen Spaß. Ich schiebe lieber und möchte auch Ari damit schonen, dem die Sonne auf seinem schwarzen Fell mehr als uns zu schaffen macht.

Schließlich haben wir auch das beschwerliche Stück mit bis zu 30 Prozent Steigung geschafft. An einer Kreuzung können wir die Räder an Bäumen befestigen und absperren, direkt hier kann man auf einem Trampelpfad die Route (oder Corniche) des Crêtes (französischer Name für Gipfel- oder Kammstraße) verlassen und zu Fuß auf das 363 Meter hohe Cap Canaille wandern.

 

Entlang der Klippen schlängelt sich der Wanderweg fast eben dahin und bietet atemberaubende Panoramasichten aufs Meer, die Küste, aber auch ins Land hinein. Bis nach La Ciotat, dem nächsten Ort, könnte man hier wandern. Schwindelfrei, trittsicher und vorsichtig sollte man sein, denn die Klippen sind nicht abgesperrt und der Fels ist brüchig.

 

Wir machen hier oben auf einem breiten Felsen Mittagspause, können Kletterer beobachten, die den anstrengenden Weg von der Bucht steil bergauf gewählt haben. Viele Reisende halten mit Bus oder Auto, um schnell zu den obligatorischen Aussichtspunkten zu gelangen, aber alles in allem ist eigentlich ziemlich wenig los. Uns freut es natürlich, und wir lassen uns für die Aussicht und mit dem Rückweg Zeit.

Beim Rückweg laufen die Bremsen heiß - bis zum Weindepot

Bei der Abfahrt auf der Route des Crêtes laufen (zumindest meine) Bremsen heiss, es geht in Serpentinen steil bergab und ich habe ein bisschen Angst auf der engen Straße, schließlich hat man die Franzosen mittlerweile ja schon beim Autofahren live erlebt. Ari trippelt brav nebenher, wir machen auch ihm zuliebe langsam – wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht.

 

Das Rad ist auf dem Heimweg nun wirklich praktisch, es geht auch nach der steilen Route des Crêtes stetig leicht bergab und so rollen wir fast bis zum Campingplatz, ohne treten zu müssen. Ein Zwischenstopp muss natürlich noch beim Bäcker und dem Weindepot sein, um das Abendessen zu sichern ...


Tipps für die Wanderung mit Hund:

Allgemeine Hinweise:

 

Länge der Tour: ca 10 km

Höhenmeter: 340 Hm

Dauer (durchschnittlich): 3,5 h

Bewertung: Mensch: blau

Startpunkt: Campingplatz les Cigales, es gibt aber an der Route des Crêtes immer wieder Stellplätze und auch ausgewiesene Parkplätze.  Auch vom Hafen in Cassis gibt es  Wege hinauf.

Einkehr: keine

 

Streckenverlauf: Campingplatz - Chemin de St. Joseph - Route des Crêtes - und wieder zurück, allerdings über D 141 und D 559

 

Weitere Infos:

 

Die Wanderung ist auch im Rother Wanderführer "Provence" von Thomas Rettstatt beschrieben

Hundespezifische Hinweise:

 

Bewertung: Hund: blau, leicht

 

Wasser: gibt es auf der Strecke nicht

 

 "Hotspots" für Hunde:

Keine, man sollte nur die steilen Abbrüche meiden - Absturzgefahr;

 

Der Weg ist sehr sonnig und bietet kaum Schatten;

 

Ari fand die Wegbeschaffenheit sehr unangenehm, es sind oft scharfkantige Steine am Weg und es ist allgemein trocken und teils sandig


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