Romantische Advents-Wanderung - nicht nur mit Vierbeiner

Emmausweg Berchtesgaden; Berchtesgadener Advent
Foto: fotomagie.eu

Kerzenlicht aus großen Holzlaternen beleuchtet den Panoramaweg zur romantischen Kirchleitenkapelle, die im Antlitz

des Watzmann steht. Danach gehts auf einen heimeligen, wunderschöner Adventsmarkt …

Adventswanderung trotz der Schonphase für den Hund?

Mein Wanderhund Ari hat noch ärztlich verordnete Zwangspause und so fiel die Entscheidung für unsere diesjährige Adventswanderung etwas schwerer als sonst - schließlich sind Bergwanderungen momentan noch absolut tau. Ganz ohne Bergpanorama soll der Advent bei mir aber nicht sein, uns so entschied ich mich für eine Tour auf dem Berchtesgadener Emmaus-Rundweg. Das ist keine große Wanderung im eigentlichen Sinne, sondern ein wunderschön romantischer Stadtspaziergang inmitten des Berchtesgadener Talkessels - und immer im Antlitz des Watzmanns, so dass wir wenigstens Bergblick genießen konnten!

Rausgehen, entschleunigen, dem Alltag entfliehen – das war der Grundgedanke der Initiatoren, den Emmaus-Weg 2015 zu installieren – mit Erfolg, wie wir beim „Nachwandern“ feststellen durften. Der Name des Weges lehnt sich übrigens an die biblische Christusbegegnung in dem Dorf Emmau bei Jerusalem an.

 

Knapp eine Stunde dauert das „Ausklinken“ vom Alltag auf dem Emmausweg, der unter anderem hoch über dem Markt Berchtesgaden am Soleleitungsweg entlang führt. Stationen sind neben den Kirchen und Kapellen im Markt Berchtesgaden auch wunderbare Panoramablicke in den Talkessel und vor allem auf die umliegenden Berggrößen.

Was den Weg zudem so einzigartig macht, sind 75 handgefertigte, große, bunte Holzlaternen, die die Rundtour während der Zeit des Berchtesgadener Advents in stimmungsvolles Licht tauchen.


Outdoor-Blogger Adventskalender

Einige der größten und bekanntesten Outdoor-Blogger aus dem deutschsprachigen Raum starten seit 2014 jedes Jahr einen Adventskalender der besonderen Art – täglich gibt es Storys, Tipps und Wissenswertes rund um das Outdoor-Dasein. Dies hier ist mein Beitrag zum #outdooradvent 2016. Eine Liste aller Beiträge des Outdoorblogger-Adventskalenders findest Du hier. Der gestrige Beitrag hinter Tür Nr. 17 kam von www.bergreif.de, der von einem Solo-Hüttenbesuch im Winter erzählt. Morgen öffnet www.hiking-blog.de sein Türchen und berichtet über Outdoor-Skills.


Laternen weisen den Weg auf der abwechslungsreichen Tour

Ein paar Meter bergauf neben unserem Parkplatz sehen wir gleich die erste dieser Laternen, wandern kurze Zeit auf einer geteerten Straße entlang, zur Christuskirche. Hier finden wir eine große Überblickstafel über den gesamten Emmausweg mit vielen Informationen und der genauen Route. Links dahinter geht es einige Stufen hinauf zum Kalvarienberg, wo man von der Kreuzigungskappelle auf Berchtesgaden hinab blicken kann.

Weiter geht es über einen gut befestigten Holzsteg mit Geländer an einer glatten Felswand entlang. In kurzen Abständen sind hier die wunderhübschen Laternen installiert und man weiß gar nicht so genau, ob man sich von deren Leuchten oder von den grandiosen Blicken auf die Dächer von Berchtesgaden fesseln lassen soll.

Grandioser Blick auf den Watzmann – mit Buttnmandln im Nacken ;-)

Buttnmandl Berchtesgadener Advent
Foto: Berchtesgadener Advent

Schließlich muss man kurz über den Weinfeldweg wieder durch ein paar Häuser gehen, um wieder auf dem Panoramaweg zu landen, der nun „Winzerweg“ heisst und ein schöner Spazierweg ist. Hier begegnen wir an einem Bauernhof den (an Nikolaus in Berchtesgaden typischen) Buttenmadln, an die gerade noch letzte Hand angelegt wird. Morgens um zehn Uhr schon beginnt das Einbinden für die Busrchen, die in den dicken Strohbündeln stecken und Masken tragen ... Wir sind froh, dass sie noch nicht mit viel Geschepper und Getöse der großen Kuhglocken durch den Ort ziehen, weil wir nicht wissen, wie der Hund reagieren würde.

 

Trotzem freuen wir uns, den Brauch so nah – quasi im Vorbeilaufen – erleben zu dürfen. Von hier geht es zunächst eben, dann in mehreren Serpentinen über einen gut befestigten Fußweg hinauf zur Kirchleitenkapelle am Ponnzenzenbichl. Hier beeindruckt nicht nur der Blick auf die vier Kirchen Berchtesgadens, sondern vor allem das stimmungsvolle Bild mit der Kapelle vor dem imposanten Felsmassiv des Watzmanns. Dieses Motiv ziert vielzählige Postkarten und wird auch immer wieder gerne für Hochzeits-Shootings verwendet.

 

An diesem Ort sollte man noch vor der Dunkelheit eintreffen - wäre doch zu schade, wenn man diesen Ausblick übersieht. Heute ist allerdings ganz schön viel los an der Kapelle, was meinen Traum vom tollen Fotomotiv zerstört. Die Einheimischen erzählen uns, dass sie schon auf die Buttenmandln warten, die zusammen mit ihrem Nikolaus an die Kirchleitenkapelle zum Beten kommen, bervor sie in den Markt hinunter laufen.

 

Nach dem wir hier die Aussicht genossen haben, führen uns die Laternen zunächst auf gleichem Weg zurück und dann links ab hinunter ins sogenannte Nonntal, den „alten“ Teil Berchtesgadens. Nur ein paar Schritte weiter gelangen wir, immer den Hinweisschildern folgend, an der Pfarrkirche St. Andreas vorbei auf den großen Schlossplatz mit Arkaden und den zwei hoch aufragenden Türmen der Stiftskirche St. Petrus und Johannes der Täufer.

Heimelige Stimmung beim Berchtesgadener Adventsmarkt

Hier beginnt nun der wunderschöne Berchtesgadener Advent, einer von vier Märkten des AlpenAdvents. Der AlpenAdvent steht für Tradition, Originalität und bodenständiges Handwerk. Hier wird auf strenge Qualitätsrichtlinien geachtet. Die vier Partnerorte in Deutschland, Italien und Österreich bieten die schönsten, traditionellsten und stimmungsvollsten Adventsmärkte der Alpen.

Kein Wunder also, dass es sich lohnt, hier während der Adventszeit den Emmausweg für einen kurzen Abstecher zu verlassen und durch die liebevoll geschmückten Gassen den Markt Berchtesgadens zu schlendern. Der Adventsmarkt kommt ganz ohne Kitsch und Jahrmarktstände aus - mit mit viel Handwerk, lebendigen Traditionen und „vui Gfui“ - wie die Veranstalter sagen. Liebevoll dekoriert und mit ausgewählten Produkten erfreuen rund 50 Stände die Besucher. Fast ausschließlich ortsansässige Standlbetreiber mit regionalen und traditionellen Waren bieten neben kulinarischen Genüssen, Geschenkideen auch Kunstvolles und altes Handwerk.

Wir bummeln also weiter, essen Bosna, trinken Glühwein und bewundern die vielen, schönen Holzbuden mit tollen Geschenkideen. Ari ist nach der Runde ganz zufrieden, schließlich gab es viel zu schnüffeln, aber dass er nichts von der Wurst abbekommt, wurmt ihn sehr ...  Wir Zweibeiner haben heimelige, gemütliche Stimmung nach dem Besuch dieses Marktes, der richtig hübsch ist, und gelangen an die Maximilianstraße. Am alten Friedhof geht es schließlich vorbei zur Franziskanerkirche, ein letztes Mal blicken wir auf den Watzmann in voller Größe und gelangen schnell wieder ans Auto.

 

Unser Fazit: Absolut empfehlenswert! Es ist eine wunderschöne Runde, nicht nur für rekonvaleszente Hunde, sondern für jeden, der einmal einen ganz besonderen Adventsmarkt mit einer netten Rundwanderung samt Vierbeiner verbinden möchte. Denn es geht nicht nur durch die Stadt, sondern an Wegen entlang, die auch für den Hund spannend sind!

 

Übrigens: mehr tolle Natur- und Landschaftsbilder von Berchtesgaden und Umgebung gibt es auf der Seite von Marika Hildebrandt

Tipps für die  Wanderung mit Hund: Emmausweg Berchtesgaden

Allgemeine Hinweise

Länge der Tour: 3 km

Höhenmeter: 100 Hm

Dauer (durchschnittlich): 1 h

 

Bewertung: Mensch: blau

 

Parkplatz: offizieller Parkplatz in Berchtesgaden, Von-Hindenburg-Allee

Koordinaten: 47.628203, 12.997419


Tipp: Unserer Startpunkt ist nicht der gleiche wie von der Berchtesgadener Tourismus empfohlen, wir fanden diesen Parkplatz besser, damit der Hund gleich Gelegenheit fürs „Gassi“ hat

 

Einkehr: überall im Markt Berchtesgaden

 

Weiterführende Ziele:

• Besuch im Haus der Berge (Hunde zwar nicht erlaubt, aber

es werden drei extragroße Hundeboxen am Parkplatz angeboten, Frischwasser ist vorhanden, Schlüssel gegen Pfand an der Infotheke) 
Brennerei Grassl

• Wem die Rundtour zu wenig anstregend ist, der kann vorher oder nachher eine Tour auf den Grünstein oder die Kneifelspitze (in meinem Buch Tour Nr. 29) machen. Beides sind Halbtageswanderungen und für Hunde gut geeignet.

Hundespezifische Hinweise

Bewertung: Hund: blau

 

Einen Kottüten-Spender gibt es direkt an den Werbetafeln am Luitpoltpark neben dem Parkplatz

 

Wasser:

• Wasser am Brunnen am Marktplatz

• kleines Becken am Soleleitungsweg - da wirkt das Wasser aber sehr abgestanden und ungeniessbar

 

"Hotspots" für Hunde:

• Achtung: in der letzten Woche vor dem Heiligen Abend – jeweils um 15 Uhr (sehr lautes) Böllerschießen der Berchtesgadener Weihnachtsschützen am Lockstein

• Buttenmandl und Kramperl sind am 5. und 6. Dezember unterwegs

• wahrscheinlich ist es ratsam, mit Hund vor Einbruch der Nacht auf den Markt zu gehen, weil weniger Betrieb ist.

 

 


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Kommentare: 5
  • #1

    Holly (Sonntag, 18 Dezember 2016 10:42)

    Sieht das schön aus!

  • #2

    Sepp (Sonntag, 18 Dezember 2016 20:28)

    Wirklich ein wunderschöner Weg ;-)

  • #3

    Nadine (Mittwoch, 21 Dezember 2016 09:25)

    Liebe Andrea, das ist wohl die selektive Wahrnehmung: Erst lese ich bei dir von diesem Weg. Und dann gefühlt überall. Jedenfalls sieht's einfach wunderschön aus und ich hab schon ne Ahnung, wohin mich die Adventszeit im nächsten Jahr mal bringen könnte. ;-) Danke für den hübschen Tipp & einen entspannten Jahreswechsel, Nadine

  • #4

    Andrea (Mittwoch, 21 Dezember 2016 22:45)

    Liebe Nadine - schön, wenn ich dich inspirieren konnte - aber wenn du den Emmausweg gehst - dann nur mit uns als Begleitung ;-) Und danach auf 'nen Glüh!
    Ganz liebe Grüße und beste Feiertage für euch!
    Andrea

  • #5

    conny (Donnerstag, 22 Dezember 2016 12:35)

    Hallo Andrea,
    der Weg ist ja zauberhaft. Diese bunten Holzlaternen sind sehr dekorativ für den Wanderweg. Obwohl der Wanderweg diese herausgeschmückten Laternen gar nicht braucht. Die Ausblicke allein sind schon toll. Deine Fotos zeigen es wunderbar. :)
    Und was ich auch besonders schön finde, ist der traditionelle Alpen Advent. Ich mag auch lieber diese Handwerke sehen, zuschauen und aus erster Hand kaufen, als irgendeinen Krimskrams. Da macht es mir dann um so mehr Spaß hindurch zu schlendern. :)
    Ein toller Bericht.
    Viele Grüße an euch und an Ari ;-)
    Conny