Reisereportage: Bergziele und Wasserspiele am Idrosee

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Der Idrosee ist ein oberitalienischer Geheimtipp für Hundefreunde: Es ist weniger los als am Gardassee und Bergziele und Wasserspiele liegen eng beieinander. Ein ideales Ziel also für Wandern und Relaxen mit dem Vierbeiner ...

Ganz leise plätschert das kühle Wasser des Idrosees gegen die kleinen weißen Kieselsteine, der leichte Wind treibt nicht nur die kleinen Wellen, sondern auch Strähnen meiner Haare ins Gesicht. Ari grunzt verschlafen im Schatten meines Campingstuhls und dreht sich nochmal in einer bequemere Position. Wie gut haben wir es doch hier am fjordartigen, zwölf Kilometer langen Idrosee in der norditalienischen Provinz Brescia zwischen Gardasee, Ledrosee und Iseosee erwischt!

 

In der Nachsaison ist der Campingplatz Vantone Pineta fast leer, so dass wir mit unserem Campingbus unter Bäumen direkt am Wasser stehen. Fünf Meter sind es vielleicht zum Strand, und so kommt es, dass wir statt der geplanten drei Tage über eine Woche hier bleiben.

 

Schließlich erfüllt der Platz alles, was wir uns gewünscht haben: Wir wollten mit Hund an einen italienischen See, aber nicht an den überlaufenen Gardasee, sondern irgendwo hin, wo wir auf wenig Touristen treffen und Berge und Wasser direkt beieinander haben. Hier, auf der Halbinsel Vantone am östlichen Seeufer, können wir baden, SUP-Boarden, wandern und klettern - sogar zwei Klettersteige gibt es hier. Das beste: Alles ist so nah beieinander, dass wir die ganze Woche nur per pedes oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.


Lesen, faulenzen und baden: auch ausserhalb des Hundestrandes

So genießen wir die ersten zwei Tage nach Ankunft erstmal lesend und faulenzend am See. Der Campingplatz besitzt einen Hundestrand, aber da im Moment ja kaum Gäste hier sind, können wir auch direkt an unserem Platz mit dem wasserliebenden Vierbeiner ins kühle Nass. Immer wieder fordert er uns, mit einer Pfote auf dem SUP-Board stehend, dazu auf, doch nochmal eine Runde mit ihm zu drehen. Wer kann da schon nein sagen!

Aussichtsreiche Halbtagestour auf den Cima Crench

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Dann gelüstet es uns aber doch danach, endlich die Gegend zu erkunden. Wir starten also eine Halbtagestour vom Campingplatz. Die Tour zum Cima Crench ist ideal, um erstmal die Gegend rund um Crone d'Idro zu erkunden: Es finden sich alte Kriegsstollen und zwei Gipfel mit wunderbarer Aussicht. 

 

Im Ort gibt es übrigens alles, was das Urlauberherz begehrt: sehr gut ausgestattete, kleine Lebensmittelläden, Restaurants und einmal die Woche einen sehr authentischen Markt ohne Touristenfirlefanz, sondern mit selbst gemachten Käse, italienischen Wurstwaren und viel Obst und Gemüse.

Schützengräben und Maultierpfade auf dem Weg zum Monte Stino

Schützengräben, Maultierpfade und alte, aussichtsreiche Stellungen begleiten uns am übernächsten Tag auf der Tagestour zum höchsten Berg des Idroseegebietes, den Monte Stino. Einen ganzen Tag hatten wir für diese Unternehmung eingeplant, die uns direkt vom Campingplatz ganz hoch über den Idrosee bringen solle. Wir wurden belohnt: Mit selten besuchten Aussichtspunkten, einsamen Pfaden und einem angenehmen Aufstieg, auf dem wir keine Menschenseele getroffen haben.

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Auf dem Weg zum Monte Stino.
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Gipfelkreuz am Monte Stino.

Am Monte Stino, wo einzelne Wanderer unterwegs sind, passieren wir eine kleine Kapelle und eine Almhütte. Es gibt einen Rundweg „zu den Schützengräben" und ein kleines Kriegsmuseum, das neben einem Gipfelmonument aufgebaut wurde. Die Gegend um Capovalle und den Monte Stino war Grenzland zwischen dem österreich-ungarischen Kaiserreich und dem Königreich Italien – und somit heiß umkämpft. 

 

Wir beschließen, den schnellsten Weg nach unten zu nehmen und steigen über endlos scheinende Serpentinen über Piazze nach Paröle ab. Der Hunger und die Sehnsucht nach einer Dusche treiben uns nach Hause. Auch Ari scheint nicht mehr wirklich Bock aufs Laufen zu haben und fordert uns, am Wohnmobil angekommen, mit lautem Bellen auf, endlich sein Futter rauszurücken. Nach der Dusche, bei einer Lasagne und einer Flasche Wein sind wir uns einig: Es war eine sehr schöne, abwechslungsreiche und auch geschichtlich sehr interessante Wanderung - aber halt auch ein "Hatscher", den wir so schnell nicht noch einmal machen wollen würden ...

Kleine Biketour in den Ort mit kleinem, verletztem Fundhund

Am nächsten Tag, den wir durchaus faul verbrachten, machen wir uns gegen Nachmittag zu einer Mini-Biketour nach Crone d’Idro auf. Die knapp zwei Kilometer lange Strecke zwischen Campingplatz und dem Ortszentrum verbindet ein Fuß- und Radweg, der neben der Küstenstraße und durch die Tunnel führt. Der Ort ist wirklich sehr idyllisch, wir bewundern ein knallrotes Holzboot, dass sich in den Wellen vor dem riesigen See wiegt.

 

Auf einer Holzbrücke treffen wir auf einen keinen, weißen Malteser, der sich nicht mehr bewegt und herrenlos am Boden liegend schwer hechelt. Beim näheren Hinsehen erkennen wir, dass er wohl kürzlich operiert wurde. Kein Mensch ist zu sehen, so dass wir als erstes vom naheliegenden See Wasser organisieren. Der kleine Kerl verweigert es leider, und wir sind froh, dass kurz darauf eine junge, italienische Familie des Wegs kommt, die wir gar nicht lange auf den armen Kleinen aufmerksam machen müssen. Schnell zückten sie ein Handy, telefonieren gestenreich und nehmen den armen Wurm mit, der offenbar ausgerissen ist und seine körperliche Form nach der Operation überschätzt hat. 

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Der idyllische Idrosee.
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Auf dem Radweg in Crone d' Idro.

Die restliche Tage verbringen wir im knapp vier Kilometer entfernten Vesta, das gut mit dem Rad erreichbar ist. Dort findet man eine Ferienhaussiedlung, einen weitläufigen Strand und ein kleines Klettergebiet. Vom nördlichen Ufer des Strandes geht es auf eine weitere, wunderschöne und leichte Wanderung zu zwei Aussichtspunkten. Der Panoramaweg führt hoch über dem See idyllisch am Hang entlang und bietet immer wieder tolle Ausblicke auf die umliegenden Berge.

Weitere Tipps für einen wunderbaren Urlaub am Idrosee

Weitere Wandertouren-Vorschläge als PDF-Download

Touristische Infos: www.lagodidro.it/de/

 

Auf der Halbinsel Vantone liegen drei Campingplätze direkt nebeneinander: 

Camping Belvedere, Camping Vantone Pineta und AZUR Sportcamping; die westliche Seeseite mit mehreren Campingplätzen ist die touristisch turbulentere, die östliche die ruhigere; Wir haben alle Informationen zu möglichen Aktivitäten vor Ort an den Campingplätzen bekommen;

 

Wer eine ruhige Ferienwohnung mit Hund sucht, ist meiner Meinung in der Ferienhaussiedlung in Vesta gut aufgehoben.

 

Öffnungszeiten Kriegsmuseum am Monte Stino

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