Lotte & Romy: Wandern mit Hund auf dem Meraner Höhenweg

Mit Hund auf dem Meraner Höhenweg; etappen-wandern.de; mein-wanderhund.de

Für viele Hundebesitzer ist es ein Traum, mehrere Tage von Unterkunft zu Unterkunft zu wandern – vor allem in den Bergen.  Romy Robst war zusammen mit ihrer Hündin Lotte auf dem Meraner Höhenweg unterwegs. Lest, ob und wie dieser Rundwanderweg mit Hund machbar ist ...

alle Fotos ©Romy Robst/www.etappen-wandern.de

Zu Fuß von Ort zu Ort oder von Hütte zu Hütte unterwegs zu sein, ist für Romy Robst die schönste Art zu reisen:
"Es entschleunigt, ist körperlich fordernd und manchmal auch ganz schön abenteuerreich. Zudem bin ich ein Naturmensch und bin am liebsten draußen", erzählt die 36-Jährige, die in einem kleinen Dorf in der Nähe von Hannover wohnt und im "echten Leben" ihr Geld als selbständige Beraterin für Medizinunternehmen verdient.

 

Über die genauen Etappen, die Romy auf dem Meraner Höhenweg gelaufen ist, und wo sie mit Hund übernachten durfte, berichtet sie auf ihrer Homepage www.etappen-wandern.de.

 

Wie es Lotte ergangen ist, auf was man bei einer Hüttenwanderung auf dem Meraner Höhenweg achten muss und was ihr am besten gefallen hat, erzählt sie uns schon vorab im Interview:

Welche Etappen bist du auf dem Meraner Höhenweg gelaufen?

Den Meraner Höhenweg bin ich insgesamt in sieben Etappen gelaufen. Allerdings habe ich die Tour an zwei, drei Stellen etwas verändert und noch zwei wegnahe Gipfel erwandert. Der Höhenweg in Südtirol geht einmal um die gesamte Texelgruppe und umfasst 90 Kilometer sowie etwa 6.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Bei mir waren es dann ein paar mehr.

Welche Erfahrungen hast du mit Hund auf dem Meraner Höhenweg gemacht?

Ich muss sagen, es war selten so leicht mit Hund in den Bergen zu wandern. Nicht nur, dass er fast überall herzlich willkommen war, sondern es gab auch keine restriktiven Verbote oder ähnliches. Gut erzogene Hunde können fast überall freilaufen. Sollten aber wie immer auf den Wegen bleiben.

Mit Hund auf dem Meraner Höhenweg; etappen-wandern.de; mein-wanderhund.de
Mit Hund auf dem Meraner Höhenweg; etappen-wandern.de; mein-wanderhund.de

Dein Hund ist, wie du schreibst, ein „Montagshund“. Hast du dir vorab Gedanken gemacht, falls ein Tierarzt nötig werden würde?

So sensibel Lotte auf der einen Seite ist, so zäh ist sie auf der anderen. Wir haben ihre Krankheiten ja sehr gut im Griff, auch ihre Hüftarthose bereitet derzeit keine Probleme. Und Bergwandern stärkt in besonderem Maße die Hüftmuskeln, das ist eigentlich super für sie. Wir haben aber kurz vor der Tour noch mal das o.k. unserer Tierärztin eingeholt. Neben Lottes Medikamenten hatten wir auch ein Schmerzmittel für den Notfall dabei.

 

Ansonsten haben wir uns aber nicht verrückt gemacht. Wenn wirklich etwas gewesen wäre, hätten wir halt aus der Tour austeigen müssen, das geht am Meraner Höhenweg eigentlich fast überall. Lustigerweise gab es bei unserer Wanderung einen Tierarzt, der mit seiner Frau fast die gleichen Etappen wie wir zur gleichen Zeit gelaufen ist. Aber wir brauchten ihn nicht.

Wie hast du das Problem mit dem Futter für Lotte gelöst?

Wenn ich ehrlich bin, haben wir das nicht besonders gut gelöst. Aber wir haben auch einen sehr sensiblen Jagdhund. Ich hatte extra Trockenfleischfutter gekauft, das viele Kalorien hat und das Lotte zu Hause auch sehr gerne fraß. Aber vor Ort hat sie dann die ersten zwei Tage keinen Happen davon gefressen. Das ist natürlich bei solchen Touren nicht besonders schön. Wir haben dann das Futter mit etwas von unserem Abendessen aufgepeppt und dann ging es.

 

Ich würde wohl empfehlen, bei wählerischen Hunden einfach das normale Futter mitzunehmen, bei den gefräßigen Vertretern ist Trockenfleisch sicher eine super Option. Bei gesunden Hunden kann der Vierbeiner sicher auch einen Teil davon selbst tragen, ansonsten muss eben Frauchen ran. Aber es wird ja auch von Tag zu Tag weniger und bei uns waren die vier Kilo auch auf zwei paar Schultern verteilt.

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Wie schwer war es, mit Hund am Meraner Höhenweg zu übernachten?

Übernachtungsmöglichkeiten mit Hund zu finden, ging erstaunlich gut, das ist ja beim Hüttenwandern nicht immer so. Lediglich einen Engpass gibt es auf der Stettiner Hütte, dort sind keine Hunde willkommen. Allerdings lässt sich eine Übernachtung dort mit der richtigen Streckenplanung problemlos vermeiden. Unsere Lotte durfte überall mit in den normalen Zimmern schlafen, lediglich im Giggleberg gab es für uns wohl nicht das beste Zimmer.

Wie sieht die Wegbeschaffenheit für Hunde aus deiner Sicht aus?

Für einigermaßen bergerfahrene und fitte Hunde gibt es kaum Schwierigkeiten auf dem Weg. Wir haben Lotte nur einmal über eine Hängebrücke mit etwas arg großen Gittern tragen müssen. Das war aber auch das Einzige. Wenn der Hund allerdings Probleme mit großen Stufen hat, könnte es schwierig auf dem Weg werden, denn davon gibt es jede Menge.

Was waren deine Highlights am Meraner Höhenweg?

Na ja, Etappenwandern mit Hund ist ja schon an sich ein Highlight. Ich bin immer wieder erstaunt, mit wie wenig Kommunikation Mensch und Hund zu einem Team werden können. Zudem ist der Weg wirklich sehr abwechslungsreich und kann mit vielen tollen Weitsichten punkten. Mein absolutes Highlight war der Weg hinauf zum höchsten Punkt, dem Eisjöchl. Da gabs Murmeltiere an jeder Ecke und richtig tolle Landschaft.

Wie waren die Begegnungen mit Weidetieren auf den Almen?

Auf den Almen gehören Hunde natürlich an die Leine. Aber auch das Durchqueren der Weiden mit Kühen war völlig problemlos. So entspannte Kühe wie in Südtirol habe ich selten erlebt

Würdest du Wanderern mit Hund den Meraner Höhenweg empfehlen?

Ja, ohne Einschränkung jedem mit einem bergerfahrenen Hund!

Gab es auch unangenehme Erfahrungen?

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Nein. Überhaupt nicht. Nur einen Schreckensmoment gab es: Lotte war etwa eine Stunde vor dem Ziel auf der vierten Etappe in ein Loch getreten und ging danach nur noch auf drei Beinen. Da habe ich sie kurz getragen, aber 21 Kilo zusätzlich zu meinem Rucksack (mit dem schweren, verschmähten Futter!), das war schon anstrengend.

 

Wir haben eine Prellung am Ballen vermutet und die Pfote dann mit einem Polsterverband versorgt. So ging es zumindest bis zum Etappenziel. Am nächsten Morgen war glücklicherweise wieder alles gut. Aber der Tierarzt lief ja auch noch hinter uns ...

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Kommentare: 1
  • #1

    Dirk (Dienstag, 21 August 2018 23:04)

    Fesch :-)
    Also.... der Wuffi ;-)