Wandern und Urlaub mit Hund in Kroatien: Mali Alan und Tulove Grede

Wandern mit Hund, mein Wanderhund Ari, Andrea Obele, Mattsee, Buchberg

Ich wette, alle Winnetou-Fans haben diese Aussicht schon gesehen, auch wenn sie sich auf Anhieb nicht erinnern können - so wie ich. Der Zufall führte uns im Kroatien-Urlaub zum Pass Mali Alan und zum höchsten Gifel des Velebit-Gebirges ...

Wir waren immer noch nähe Donji Karin im Kamp Karin stationiert und hatten eigentlich geplant, von hier schöne, weite Wanderungen zu starten. Allerdings lief Ari weiterhin schlecht, vor allem auf unebenen Böden, so dass wir unsere Gastgeber nach einem schönen Ausflug mit dem Auto fragen. Der (wirklich ursprüngliche) Bauernmarkt im nahe gelegenen Benkovac ist eines der vom Campingplatzbetriber genannten Ziele, und dann erzählt er immer wieder von "Mali Alan".

Abenteuerliche Passstraße zu weltbekanntem Winnetou-Drehort

Er meint die uns bisher unbekannte alte Militärstraße zum höchsten Gipfel des Velebit-Gebirges, den Pass „Mali Alan“, wie uns das Internet erläuterte. Wir vertrauten dem Campingplatzbetreiber, der uns versicherte, auch unser Campingbus könne die kurvenreiche Passstraße schaffen und machten uns auf Richtung Obrovac, wo die Straße 54 in Richtung Sveti Rok beginnt. Es gilt, die 14 Kilometer lange Bergstraße, die erst asphaltiert ist, später nur noch aus Schotter besteht und so eng ist, dass keine zwei Fahrzeuge aneinander vorbei passen, zu bewältigen.

 

Es ging also über die mit reichlich groben Schotter bedeckte "Straße" bergauf, immer wieder warnten Schilder davor, die Straße zu verlassen. Große Teile des Velebit-Gebirges sind nach dem Kroatienkrieg als Teil der ehemaligen Front immer noch mit Landminen belastet. Die Straße über den Mali Alan gilt zwar als geräumt und wurde freigegeben, aber das Verlassen der Straße kann unter Umständen immer noch lebensgefährlich sein. An Ruinen und zwei Kapellen vorbei näherten wir uns dem zackigen Gipfel mit vielen Zinnen.

 Wie wir, oben angekommen, erfuhren, endet die Strecke an einem Denkmal für Pierre Brice! Schon wieder ein überraschender „Winnetou-Platz“! Eine Windschutzmauer schützt hier vor dem Gröbsten, dennoch pfiff es über den Pass ganz schön um unsere Ohren.

 

Da sich Ari plötzlich wieder verstauchte, liessen wir auch den Plan, auf den Gipfelfelsen zu steigen, fallen, und vertraten uns in der Senke die Beine und bewunderten die tollen Felsformationen, wo zum Beispiel „Unter Geiern“ gedreht wurde. Fünf Drehorte der Serie Winnetou sind hier oben zu finden, was nicht verwundert, die Landschaft ist wirklich wunderschön ... Ja, so sah er aus, der Wilde Westen von Winnetou!

Auf dem Heimweg: Abstecher in die grandiose Zrmanja-Schlucht

Beim Heimweg zum Campingplatz machten wir noch einen Abstecher zur Zrmanja-Schlucht. Die Stelle, die wir als Aussichtspunkt entdeckten, entpuppte sich als eines der berühmtesten Motive der Karl May-Filme. Hier stand das Pueblo am Rio Peco alias Zrmanja, hier wurden Winnetou und Old Shatterhand zu Blutsbrüdern, wie eine spezielle Hinweistafel erklärt. Wir verweilten eine Zeitlang völlig allein an diesem wirklich wunderschönen Platz und genossen die untergehende Sonne.


Uns gefiel es in dieser Ecke Kroatiens so gut, dass wir länger als geplant blieben, noch einen Ausflug in eine kleine Schlucht in der Nähe des Campingplatzes machten, und von wildem Salbei und Rosmarinduft umfangen Bekanntschaft mit einer Schlange und mehreren Schildkröten schlossen.

 

Statt überlaufener, platt gemachter Strände haben wir hier eine Naturidylle gefunden, die wir nicht für möglich gehalten hätten. Ich freue mich jedenfalls, dass ich noch ein kleines Stückchen wildes Indianerland gefunden habe!

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