Wandern mit GROSSEN Hunden: Dogge Nano

Nano misst fast einen Meter und wiegt rund 90 Kilo – trotzdem hält er mit Frauchen Bettina und Herrli Vincento beim Wandern auf Sizilien super mit. Wie das geht, lest ihr im Interview ...

Wie heißt dein Hund, welche Rasse hat er, wie groß und, wie alt ist er?

Mein Hund heißt Nano und ist eine Deutsche Dogge. Er ist besonders groß: 99 cm Schulterhöhe und rund 90 Kilo Gewicht. Das ist auch für eine Dogge enorm. Er ist jetzt sechs Jahre alt und fängt nun leider schon langsam an alt zu werden. Doggen altern sehr früh und sind eher sehr empfindliche Hunde. 

Wie oft gehst du mit deinem Hund wandern und wie weit?

Das ist sehr unterschiedlich. Wir leben auf Sizilien und wandern hier mit Hund nur von November bis April. Danach wird es unserem Hund zu warm. Wir wandern etwa alle zwei Wochen und sind dann zwei bis vier Stunden unterwegs, manchmal auch den ganzen Tag. Im Urlaub fahren wir gerne in die Berge. Dort wandern wir dann täglich. 

alle Fotos © Bettina Peters

Vor welche Herausforderungen/Probleme stellt dich die Größe deines Vierbeiners beim Wandern?

Auf anspruchsvollen Wegen ist er nicht so beweglich und trittsicher wie kleinere und leichtere Hunde. Durch die langen Beine und das hohe Gewicht ist er auch verletzungsanfälliger. Wenn er nicht mehr weiter laufen könnte, wäre es sehr schwierig, da man ihn ja nicht tragen kann. Unsere Sicherheit bei Bergwanderungen erforderte viel Teamarbeit und Vertrauen. Durch sein Gewicht könnte er mich bei einem Fehltritt mit sich ziehen, wenn er angeleint ist. Eine Berührung wird schnell zum Schubser und kann mich aus dem Gleichgewicht bringen. Zum Glück ist er aber sehr vorsichtig und achtet auf mich. 

Inwieweit schränkt dich dein Vierbeiner beim Wandern ein? Wo sind eure Grenzen?

Wir lassen uns sehr wenig einschränken. Am ehesten aber durch die Temperaturen. Nano ist es schnell zu warm. Er hat rassebedingt keine isolieren Unterwolle. Kälte und Wärme mag er nicht. Bei der Auswahl der Wege gehen wir keine unnötigen Risiken ein und meiden anspruchsvollere Touren. Dennoch treffen wir immer wieder auf schwierige Abschnitte, schon weil wir auch gerne in Gegenden wandern, die nicht über eine Routenbeschreibung verfügen.

 

Ich weiß, was er und ich gemeinsam bewältigen können. Im Zweifelsfall würde ich auch umdrehen, falls er nicht weiter will oder es mir zu gefährlich wird. Das ist allerdings noch nicht vorgekommen. Zum Glück kann er seine Fähigkeiten auch ganz gut abschätzen und ich kann mich drauf verlassen, dass er nicht übermütig ist und sich in Gefahr bringt. 

Welche Lösungen hast du dir für die Besonderheit deines Hundes überlegt?

Erstmal natürlich eine möglichst gute Routenplanung unter Berücksichtigung der Tagestemperaturen. Dann ein gut sitzendes Brustgeschirr. Damit und mit Hilfe der Leine unterstützen wir ihn beim Überwinden von Hindernissen, die andere Hunde entweder durch Springen bewältigen können oder getragen werden.

 

Zusammen mit meinem Mann sind wir inzwischen ein gutes Team bei kleineren Kletterpartien und unser Hund vertraut uns, wenn wir sagen: das schaffen wir. Nano beherrscht einige "Wanderkommandos": Bei "Ich" gehe ich vor und er bleibt auch unangeleint hinter mir. Bei "piano" sucht er in schwierigem Gelände selbstständig den für ihn besten Weg. Bei "langsam" geht er angeleint neben mir mit lockerer Leine. Das benutze ich bei starkem Gefälle, damit ich nicht von ihm weggezogen werde und hinfalle. Bei "bleib" wartet er an Ort und Stelle, bis ich das Gelände gecheckt habe. Nano braucht unterwegs viel Wasser und ich trage am Hüftgürtel zwei bis drei  Liter in Feldflaschen nur für ihn. Da er aus der Flasche trinkt, brauche ich wenigstens keinen Napf. 

Wie reagieren andere Wanderer oder auch Hüttenwirte?

Eigentlich durchweg positiv. Er ist sehr freundlich und das sieht man ihm auch an. Die meisten wollen ihn streicheln und Fotos machen. Das lässt er auch immer wieder stoisch über sich ergehen. Auf Hütten hatten wir auch noch nie Probleme. Er bellt ja nicht und macht kein Theater. Auf der Hütte legt er sich ab und wartet bis es weiter geht. 

Welche Tipps könntest du Wanderanfängern mit den gleichen Hunden geben?

Mit einem so grossen Hund ermüdet man schneller. Nicht nur körperlich, auch mental. Das sollte man zumindest am Anfang bei der Tourenplanung berücksichtigen. Den Schwierigkeitsgrad erst erhöhen, wenn man als Team gut funktioniert. Mit so einem grossen Hund muss man mehr Verantwortung zeigen. Der kleine "Tutnix" darf bellen, an der Leine ziehen, pöbeln und ungefragt zu anderen Hunden rennen. Ein grosser Hund darf das nicht, jedenfalls nach der Meinung der anderen. Die meisten Menschen haben Angst vor grossen Hunden, auch wenn sie es nicht so zeigen. 

Welches Erlebnis in Zusammenhang mit deinem Hund beim Wandern ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Wir hatten schon viele tolle Erlebnisse, insbesondere, wenn es uns gelungen ist, schwierige Stellen gemeinsam zu meistern. Vielleicht aber war das Kompliment einer Wanderin besonders schön, der wir unterwegs begegnet sind. An einer engen Stelle mussten wir aneinander vorbei und ich fragte sie, ob sie Angst vor dem Hund hätte und wir lieber zurück gehen sollten. Aber sie meinte, sie hätte uns schon öfter gesehen (wir fallen immer auf) und sie würde sich, so wie ich den Hund führe, absolut sicher fühlen.  Das war ein schönes Kompliment, denn nicht jeder mag Hunde und so grosse, schwarze schon gar nicht.

Mehr von Nanos Rudel und der Villa mit Ferienwohnungen auf Sizilien findet man auf der Homepage der Villa Sicula.

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Kommentare: 1
  • #1

    Petra (Montag, 17 Juli 2017 13:29)

    Tolles Interview und wirklich faszinierend, mit einem solchen Koloss in den Bergen unterwegs zu sein. Und ganz offensichtlich gefällt es allen. Als ich Kind war, hatten wir auch ein Deutsche Dogge, allerdings nur 75 kg schwer, aber dennoch ein ganz schöner Riese. Lammfromm und ein Super Hund, wie Nano eben auch. Ich wünsch dem Rudel noch viele tolle Wanderungen. Eins würde mich allerdings noch interessieren: was macht Ihr, wenn es regnet unterwegs? Unserer hat sich bei Regen keinen Millimeter mehr bewegt. Dann musste er stundenlang nicht mal "Pippi". Eine echte männliche Diva...