Wandern mit Handicap-Hunden: Lotti, der taube Minibullterrier

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Seit einem halben Jahr lebt Lotti bei Jennifer in Niederösterreich. Bergwandern gehört für beide zum Leben einfach dazu - wie Jennie das mit einem tauben Hund schafft, das lest ihr in diesem Blogpost.

Wie heißt dein Hund, welche Rasse hat er, wie groß und, wie alt ist er?

Mein Minibullterrier heißt Lotti und ist jetzt im Juli 2017 genau ein Jahr alt. Lotti ist von Geburt an taub, hat kein Innenohr. Wir arbeiten mit Handzeichen und Blickkontakt. Es ist zwar nicht einfach, dass alles richtig rüberkommt, aber wir trainieren fleissig.

Wie oft gehst du mit deinem Hund wandern und wie weit?

Unsere typischen "Gassirunden" sind meist keine Waldspaziergänge, sondern wir nutzen jede Möglichkeit, in der Nähe oder gar auf dem Berg zu sein. Da wir einige "kleinere" Berge in der Nähe haben, versuchen wir drei bis vier Mal die Woche zumindest eine kleine Wanderrunde zu machen. Am Wochenende sind wir meist länger unterwegs und nutzen es für mehrstündige Touren, zum Beispiel zum Schneeberg oder Rax. 

Vor welche Herausforderungen/Probleme stellt dich die Besonderheit deines Vierbeiners beim Wandern?

Lotti hat absolut keinen Jagdtrieb, worüber ich sehr froh bin. Auch ist sie sehr verträglich mit anderen Hunden, Menschen liebt sie sowieso. An der Leine geht sie oft nicht so gerne und ich kann sie glücklicherweise auch frei laufen lassen. Wenn jemand entgegenkommt, leine ich sie jedoch an. Sie ist noch sehr verspielt und möchte jeden mit einer Riesenfreude begrüßen, was nicht jedem so recht ist.

Inwieweit schränkt dich dein Vierbeiner beim Wandern ein? Wo sind eure Grenzen?

Beim Entgegenkommen von anderen Hunden, aber auch Menschen muss sie an die Leine, da ich sie nicht einfach zurückrufen kann wenn sie auf andere zuläuft. Man muss beachten, dass es auch Hunde gibt, mit denen man den Kontakt vermeiden sollte. Man kann ja vorher nie wissen.

Welche Lösungen hast du dir für die Besonderheit deines Hundes überlegt?

Wir haben bei einem Fotowettbewerb einen GPS-Tracker gewonnen, den ich jetzt immer beim Wandern mitnehme. Da Tiere ja unberechnbar sind und immer wieder etwas passieren kann, nutze ich diesen auch. Natürlich hoffe ich, dass Lotti weiterhin so brav bei Fuß geht, aber so hat man doppelte Sicherheit.

Wie reagieren andere Wanderer oder auch Hüttenwirte?

Die Reaktion von anderen ist verschieden. Da Lotti ein Bullterrier ist, machen viele einen großen Bogen. Bei jedem "Gegenverkehr" gibt es ein Begrüßungsgejaule, was einige auch missverstehen und denken, sie knurrt sie an. Andere wiederum sind total begeistert von ihr 😊

Welche Tipps könntest du Wanderanfängern mit dem gleichen Hund geben?

Meine Tipps für Besitzer mit tauben Hunden sind: Bevor der Hund abgeleint geht, sollte man immer schauen, dass er zu 100 Prozent konzentriert ist und keine Ausschau nach dem nächsten Wild hält.. Außerdem ist es auch wichtig, dass man akzeptiert, das nicht jeder andere Hund, oder auch Mensch, Kontakt mit dem eigenen Hund haben möchte und dann sollte man seinen eigenen auch bei sich halten.

Welches Erlebnis in Zusammenhang mit deinem Hund beim Wandern ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

In den letzten sechs Monaten, also seit Lotti bei mir ist, haben wir immer wieder schöne Erfahrungen gesammelt. Bei steilen Stellen, an denen sie nicht alleine raufspringen kann, hebe ich sie hoch, und wenn sie nach vorne läuft, wartet sie stets auf mich. Langsam weiß sie (meistens) auch, dass sie andere Leute nicht anspringen soll und legt sich auf den Boden, wenn jemand entgegenkommt. Mittlerweile sind wir schon ein richtig eingespieltes Team! :) 

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