Winter Wanderung mit Hund: Bäckeralmrunde Inzell mit sonniger Aussicht

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Sonne satt, rundherum die schöne Inzeller Bergwelt und am Höhepunkt der Runde ein wunderbarer Tiefblick ins Tal: das haben wir in Inzell gefunden. Allerdings hat die Tour auch ein kleines Manko. Wie ihr dieses umgehen könnt, lest ihr in meinem Blogpost ... 

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Da wir diesen Winter aus mehreren Gründen sportlich nicht so aktiv waren und so das ganze Rudel (Menschen und Hund) konditionell nicht besonders fit ist, wir aber trotzdem endlich mal wieder Richtung Berge wollten, waren wir auf der Suche nach einem Winterwanderweg, der auch ohne Schneeschuhe zu bewältigen und von den Höhenmetern her nicht allzu anspruchsvoll ist.

 

Zufällig haben wir dann den Plan der Winterwanderwege in Inzell gefunden, den es unter diesem Link auf der Seite des Inzeller Tourismusverbandes zum Download gibt. Auf der Karte sind nicht nur mehrere Winter-Wanderwege verzeichnet, auch die Hundekotstationen und Tipps zum Wandern mit Hund in Inzell sind vermerkt.

 

Da ich schon viel von der Inzeller Bäckeralm gehört hatte, wollte ich auch mal dorthin. Dass wir die Alm am Ende doch nicht besuchen würden, konnten wir zu der Zeit ja noch nicht wissen. Jedenfalls habe ich vor der Fahrt im Tourismusbüro angerufen, weil aus der Karte herauszulesen war, das bei der von uns gewählten Runde ein Teilstück für Hunde gesperrt ist und ich wissen wollte ob der weg wirklich präpariert ist. Ich erfuhr, dass das kein Problem sei, weil man ja über die Gemeindestraße gehen und so das Stück abkürzen könne. Also ging es auf nach Inzell ...

Hundespaß auf präparierten Winter-Wanderwegen

Vom Parkplatz in Schwarzberg aus aus marschierten wir erst auf einer asphaltierten Straße los und durch die kleine Siedlung Ed, um dort auf einen wunderbaren Höhenweg zu gelangen, der sich auf bestens gewalzten Bauernsträsschen befindet. Quer durch die verschneiten Felder, mit der Sonne im Gesicht und einem schier ausflippenden Hund an der Seite, der sich gar nicht beruhigen konnte ob der tollen weißen Pracht, folgten wir den Schildern "Holzen-Runde". 

 

Am Gehöft "Brenner" schoß dann kurzeitig das Adrenalin in die Höhe, weil ein freilaufender Schäferhund sein Areal bellend verteidigte, sich aber Gott sei dank nicht ganz zu uns hin bewegte. Wir folgten der Straße immer Richtung Adelgaß/Inzell, gelangten an das Gehöft Teisenberg (wobei Berg in dem Falle wirklich übertrieben ist) um dann im Ortsteil Eck zu landen.

Hunde am Winterwanderweg verboten - Umleitung auf schmaler Straße

In Eck führt der Weg für Wanderer ohne Hund geradeaus durch wunderbare, verschneite Landschaft weiter, Leute mit Hund sollten sich hier links halten, denn der Wanderweg ist ab Einsiedl für Hunde gesperrt. Unsere Überlegungen, uns evtl. nicht an das Verbot zu halten, ließen wir relativ schnell fallen, weil man doch sah, dass auf dem Wanderweg viele Menschen unterwegs waren und wir keinen Ärger wollten.

 

Laut Karte könnte es über Klaffeln und Pommern Trampelpfade geben, die das Problem lösen, aber bei der vorhandenen Schneehöhe waren wir uns nicht sicher, ob wir die finden würden. Wir haben allerdings auch nicht daran gedacht, dass es sich bei dem schmalen  Sträßchen nach Adlgaß nicht gerade um eine wenig befahrene Stecke handelt und wir hatten auch nicht mehr im Kopf, wie lange diese ist. Jedenfalls ging's nun im Gänsemarsch am Straßenrand entlang – am Ende ganze zwei Kilometer weit! Ein "Hatscher", der weder Hund noch Mensch besonders Spaß machte und den wir möglichst schnell hinter uns bringen wollten. Definitiv DAS Manko der Runde.

Belohnung im tief verschneiten und sonnendurchfluteten Winterwald

Nach den zwei Kilometern sahen wir einen Wanderparkplatz und danach schon die gelb leuchtenden Wegweiser Richtung Bäckeralm, und ganz schnell machten wir uns von der Straße links ab bergauf in den Wald, der uns mit seiner Stille und winterlichen Atmosphäre umfing. Der Straßen-Horror war schnell vergessen.

 

Im etwas tieferen Schnee geht es durch den Wald mal mehr, mal weniger und einmal ziemlich steil bergauf, aber die Sonne, die durch die tiefhängenden, schneevollen Äste strahlte, der blaue Himmel und die immer wieder möglichen Tiefblicke liessen uns frohen Mutes weiter stapfen. Einzig Ari war allmählich mit der Situation nicht mehr ganz zufrieden, weil sich in seinen Pfoten Schneeknöllchen bildeten. So musste er sich von mir seine Cordura-Booties anziehen lassen, was er nicht gerne mag, aber die beste Lösung des Problems ist.

Pause mit Aussicht von der sonnigen Rastbank

Schließlich erreichen wir einen offenen Hang und rechts zieht sich eine Straße nach oben Richtung Bäckeralm. Da wir das Glück hatten, eine der Bänke, die hier in strahlender Sonne stehen, für uns ergattern zu können, verzichteten wir darauf, bis zur Alm weiter zu gehen und richteten uns hier für eine lange Pause ein.

 

Für Ari hatten wir das Ruffwear Landig Pad dabei, damit er auch im Schnee trocken liegen kann. Das Pad hat uns schon mehrfach gute Dienste geleistet und wurde vom Wanderhund auch diesmal gerne angenommen. Die Sonne machte sich allmählich daran, hinter den gegenüberliegenden Berggipfeln zu verschwinden, und wir stapften weiter bergab Richtung Ausgangspunkt.

Der Vollmond leuchtete durch den Winter-Wald

Wie es in den Bergen so ist, versank die Sonne sehr schnell, und tauchte den Wald in goldenes Abendlicht. Kurz darauf überwogen die Blautöne, und wir bemerkten in unserem Rücken, dass der Vollmond schon hoch am Himmel stand und uns den Waldweg bergab anstrahlte. Es war wunderschön, in der Kälte bergab zu gehen und die Stille zu genießen.

 

Diese wurde nur unterbrochen, wenn wir unseren Vierbeiner durch ein gerufenes "Langsam!" davon abhalten wollten, wie ein Irrer bergab zu stürmen - eine der Lieblingsbeschäftigungen von Ari, die aber für seine Gelenke Gift ist.

Trotzdem hatten wir alle drei unseren Spaß. Schließlich ließen wir den Wald hinter uns, wanderten durch die Siedlung Holzen, die noch mit idyllischer Weihnachtsdekoration erhellt wurde. Später ging's am BLSV-Jugendcamp vorbei zurück zum Ausgangspunkt. 

Alternativ-Wander-Tipp für Umleitungs-Verweigerer:

Insgesamt hat uns die Tour wirklich gut gefallen, trotzdem möchte ich hier noch eine  kleinen Tipp für diejenigen loswerden, die sich den langen "Straßen-Hatscher" zwischen Eck und dem Abzweig in den Wald nicht antun möchten:

 

Parken am Wanderparkplatz nach dem Weiler Duft auf der Straße Richtung Adelgaß und dann gleich links in den Wald Richtung Bäckeralm wandern. Bei der Gabelung links führt der präparierte Wanderweg weiter, aber auch rechts kommt man zur Bäckeralm, hier aber eher mit Schneeschuhen. Man kann über diese beiden Wege eine Runde gehen, uns sind mehrere (fitte) Leute begegnet, die mit Hund diese Runde gemacht haben.

 

Wer überhaupt keine Lust auf Höhenmeter oder Winterwald hat und nur die Sonne genießen möchte, für den könnte die Teisenbergrunde auf dem oben genannten Inzeller Winter-Wander-Plan  eine Alternative sein. Die bin ich allerdings selber noch nicht gegangen.


Tipps für die Winter-Wanderung mit Hund: Bäckeralmrunde (mit Hunde-Umleitunng)

Allgemeine Hinweise

Länge der Tour:  12,3 km

Höhenmeter: ca. 350 Hm

Dauer (durchschnittlich): 4 h

 

Bewertung: Mensch: leicht/blau

 

Tipp: vorher bei Touristinfo (Tel. +49 (0) 86 65 - 98 85 - 0) fragen, ob Weg wirklich präpariert ist, sonst sind im Wald bei Neuschnee Schneeschuhe notwendig

 

Hier klicken für Download Winterwanderwege Inzell

 

Parkplatz: Parkplatz/Wanderparkplatz Gasthaus Schwarzberg

Koordinaten:  47°46'40.6"N 12°44'25.5"E

 

Einkehr: Gasthaus Schwarzberg, etwas abseits der Strecke, von Adelgasser Straße nicht abbiegen, sondern ein paar Meter weiter kommt das Forsthaus Adelgaß

Hundespezifische Tipps

Bewertung: Hund: leicht/blau

 

Kottüten-Spender gibt es:

bei dieser Runde keinen, auf dem Sonneenweg aber ein Abfalleimer versteckt an einer Bank bei einer Holzhütte

 

Wasser:

keines 

 

"Hotspots" für Hunde:

 

- Hofhund beim Weiler Brunner

- zwei Kilometer-Wanderstück an der Straße entlang


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