Wandern mit "Kampfhunden": Minibullterrier-Mix Thor

Wandern mit Hund, wandern mit Kampfhunden

Eine Unterkunft zu finden ist für Nicole mit ihrem Minibulli-Mix nicht wirklich leicht — trotzdem lässt sie sich ihre Wanderslust nicht vermiesen und fährt dreimal im Jahr in die Berchtesgadener Alpen ...

Wie heißt dein Hund, welche Rasse hat er, wie groß und, wie alt ist er?

Mein Hund heisst Thor ist ein Mix aus Minibulli, Deutscher Schäferhund, Colli und Chow Chow. Er ist 48 cm klein und 3,5 Jahre alt.

Wie oft gehst du mit deinem Hund wandern und wie weit?

Täglich laufen wir max. 25 km, aber wir fahren zwei bis dreimal im Jahr nach Berchtesgaden zum Wandern. Der höchste Berg, den Thor und ich bisher gemeinsam gemeistert haben, hatte etwa 3.000 Höhenmeter. Meist machen wir Tagestouren mit Einkehr in den Almhütten, Kilometer sind in den Bergen meist auch 25 bis 30 am Tag.

Vor welche Herausforderungen/Probleme stellt dich die Besonderheit deines Vierbeiners beim Wandern?

Viele Menschen haben Angst vor meinem Hund. Auch Probleme mit Ämtern und Ländern sind die Folge. Sie sehen in meinem Hund einen gefährlichen Listenhund, obwohl er so lieb ist.

Inwieweit schränkt dich dein Vierbeiner beim Wandern ein? Wo sind eure Grenzen?

Es schränkt mich ein, dass ich keine Unterkunft finde, deswegen zelten wir immer. Grenzen sind für uns Länder, in denen Listenhunde verboten sind. Denn auch wenn ein Gutachten ihn als Schäferhund toleriert heisst es leider nicht, dass man ihn so sieht. Wir haben die Auflage, dass er sich nichts erlauben, ansonsten wird er quasi auf die Liste gesetzt, was hohe Steuern zur Folge hat.

Welche Lösungen hast du dir für die Besonderheit deines Hundes überlegt?

Wir lassen uns die Wanderslust nicht nehmen und zelten. Berchtesgaden ist ein total tolles Gebiet, man akzeptiert auf den Campingsplätzen meinen Thor und die Wanderer lieben ihn, vor allem die Chinesen.

Wie reagieren andere Wanderer oder auch Hüttenwirte?

Hüttenwirte lieben Thor komischerweise. Er darf sich im Winter am Kamin aufwärmen und bekam schon Reste aus der Küche.

Welche Tipps könntest du Wanderanfängern mit dem gleichen Hund geben?

Da ich jahrelang Wandertouren mit Hunden angeboten habe, gebe ich allen den Tipp, sich langsam zu steigern und vor allem Rücksicht auf das Umfeld zu nehmen. Man ist nicht alleine unterwegs und ist man rücksichtsvoll, so ist es mir noch nie passiert, dass uns einer verbal anging oder beschimpfte. Mein Hund hat die Begleithundeprüfung Bgh 1 abgeschlossen und ist in den Alpen immer ohne Leine unterwegs. Er ist vorausschauend, sobald jemand kommt, geht er automatisch an meine Seite. Er ist lieb und nicht rüpelhaft.

Welches Erlebnis in Zusammenhang mit deinem Hund beim Wandern ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Die ersten Bergtouren: sie hat haben mich und meinen Thor um vieles mehr zusammengeschweisst. Es gab enge Passagen, steile Auf- und abgänge und Klettersteige – das verbindet eben sehr. Da haben wir gelernt, uns gegenseitig zu vertrauen. Seit dem geht es nicht mehr ohne Berge. Und ist der Tag X mal soweit, bringe ich meinen Hund in Berchtesgaden auf den Jenner, wo er dann einschlafen darf – über den Wolken eben.

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