Wandern mit "Kampfhunden": Trio "infernale" problemlos auf Tour

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Drei große Hunde gehören zur Familie von Sandra: Ein Bernersennenmix, eine Rottweilerhündin und ein Herdenschutzhund, der Sandra mit seinem Sturkopf und seiner Kraft am meisten fordert ...

Fotos: Thaller

Wie heißt dein Hund, welche Rasse hat er, wie groß und, wie alt ist er?

Ich bin mit drei Hunden in den Bergen unterwegs, zwei davon sind sogenannte "Kampfhunde: 

RONJA: Rottweiler, Hündin, 8 Jahre, macht ihrem Namen als Ronja Räubertochter alle Ehre; ist ein kleiner Wirbelwind; aber ein richtiger Kampfschmuser und liebt alles was kreucht und fleucht

ATREJU: Sarplaninac-Mix, Rüde, 2 Jahre; Atreju ist ein Herdenschutzhund; mit etwa 75cm Schulterhöhe und 45 kg ist er mit seinen zwei Jahren noch nicht ausgewachsen; rassetypisch bewacht er sein Revier und sein Rudel, entscheidet sehr eigenständig (und wird von sehr vielen als stur abgestempelt)

BALU ist der dritte im Bunde, ein Bernersennen- Schäfer-Mix, 12 Jahre alt.

Wie oft gehst du mit deinem Hund wandern und wie weit?

Wir gehen etwa einmal im Monat wandern. Meist zieht es mich in die Berge. Ich liebe die Berge von Kind an. Wegen der vielen Verletzungen der Rottihündin (dreifacher Kreuzbandriss) und dem alten Hund Balu wählen wir immer relativ leichte Touren (max 16 km, Höhenmeter max 700 m)

Vor welche Herausforderungen/Probleme stellt dich die Besonderheit deines Vierbeiners beim Wandern?

Aus dem Grund, dass gerade Rottweiler als "Kampfhunde" und "Bestien" verschrien sind, stellt das Wandern mit einem solchen Hund eine gewisse Herausforderung dar. Denn die Menschen die einem begegnen, weichen schon manchmal aus, sobald sie einen mit "so einem" Hund kommen sehen. Für mich ist jedoch eine grössere Herausforderung mit einem Herdenschutzhund wandern zu gehen.

 

Durch seine Grösse und Gewicht ist es mir schon einige male passiert, dass ich auf den Knien gelandet bin, weil er etwas gesehen hat und plötzlich in die Leine gesprungen ist. Oder wenn einem Hundebesitzer begegnen, die trotz Bitte, ihren Hund anzuleinen, bzw. nicht zu meinem Hund zu lassen, nur lachen – nach dem Motto "der will nur spielen".

Inwieweit schränkt dich dein Vierbeiner beim Wandern ein? Wo sind eure Grenzen?

Eingeschränkt fühle ich mich durch meine Hunde beim Wandern nicht, ganz und gar nicht! Warum auch? Ich habe mich bewusst für diese Hunde entschieden, bzw. für diese Rasse, kenne ihre Eigenheiten und wie ich sie am besten handeln kann...

 

Eine gewisse Grunderziehung ist mir aber gerade bei diesen Hunden wichtig. Ich lasse mich nicht gerne an der Leine herumreissen, wenn ich einmal stehen bleiben muss, um zum Beispiel etwas zu trinken, zu fotografieren (und gerade das Fotografieren ist mir bei den Wanderungen sehr sehr wichtig ), dann müssen sich die drei mit dem Kommando "Leg dich nieder" hinlegen und warten, bis es wieder weitergeht

 

Eine eventuelle Einschränkung gibt es eventuell, wenn man in eine Almhütte einkehren möchte. Da ich aber immer Jause und Getränke mithabe, und uns einen schönen Platz für die Pausen suche, habe ich mit dem Gedanken einzukehren, noch nie so beschäftigt.

 

Oder, wenn man vielleicht in einem Hotel übernachten will. Für uns ist dies ohnehin trotzdem kein Problem – wir bevorzugen Urlaube auf einer Selbstversorger-Hütte in den Bergen.

Welche Lösungen hast du dir für die Besonderheit deines Hundes überlegt?

Meine Lösung für entspanntes Wandern mit "solchen" Hunden ist:

  •     gute Grunderziehung/-Grundausbildung
  •     gute Leinenführigkeit der Hunde
  •     gegenseitiges Vertrauen Mensch/Hund
  •     Akzeptanz, dass andere Wanderer "diese" Hunde eventuell meiden, ausweichen
  •     Wanderer, die uns entgegenkommen, grüssen
  •     wenn ich merke, dass von Seiten anderer Wandern diese Angst, Unsicherheit kommt, ausweichen 

Wie reagieren andere Wanderer oder auch Hüttenwirte?

Bisher haben wir keine negativen Erfahrungen mit anderen Wanderern gemacht, die uns begegnet sind! Eher Kommentare wie "Sind das schöne Hunde". Falls mir doch jemand begegnet, der beim Anblick unseres Rottis und des Riesenbabys erschrocken seinen Minihund  in die Höhe nimmt oder sich vor seine Kinder stellt, dann grüsse ich trotzdem freundlich, machen einen Bogen und gehe weiter.

Einmal sind wir doch in eine Hütte eingekehrt; bzw wir waren im Gastgarten. Viele Wanderer waren da, kein Wunder bei dem schönen Wetter. Ich sagte meinen Hunden, sie sollen sich niederlegen. Als ich von der Kellnerin ein "Sind das guterzogenen Hunde!" zu hören bekam, war ich sehr glücklich und wusste, wir sind auf dem richtigen Weg, mit unseren Hunden umzugehen. 

Welche Tipps könntest du Wanderanfängern mit dem gleichen Hund geben?

Neulingen beim Wandern mit den selben Rassen würde ich empfehlen, dass sie unbedingt vor der Anschaffung bedenken müssen, dass sie durchaus auf Ablehnung stoßen können oder werden! Nichtsdestotrotz sollen sie deswegen nicht zuhause bleiben, und das wandern mit ihrem Vierbeinigen Freund genießen! Unbedingt empfehle ich eine gute Grundausbildung in einer Hundeschule.

Welches Erlebnis in Zusammenhang mit deinem Hund beim Wandern ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Die schönsten Erlebnisse sind immer, wenn ich mit den Hunden wandern gehe und sehe, dass mir mein Hund vertraut! Wenn es irgendwo sehr schmal ist, daneben ein Abgrund ist, wenn man über Gitterstufen gehen muss, usw, und mir mein Hund dorthin auch folgt! Oder wenn man gemeinsam am Gipfel eines Berges steht.

Lest mehr über Leute, die mit "Kampfhunden" wandern gehen:

"kämpfer" Baldur

mini-Bullimix Thor

Rottweilerdame Mina


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