Mit Hund auf der Hütte übernachten

Mit Hund auf die Hütte

Eine schöne Wanderung, abends ein Sonnenuntergang auf der Hüttenterrasse und dann eine urige Übernachtung samt Vierbeiner – Traum einer perfekten Bergwanderung. Doch auf welchen Hütten ist Übernachten mit Hund überhaupt möglich?

Das Thema Hund und Hütte ist, um es kurz zu sagen – oft schwierig.

 

Ich habe deshalb eine Umfrage unter Hüttenwirten gestartet, um zum einen Hütten vorzustellen, auf denen ein Hund kein Problem ist, und zum anderen, um zu erfahren, wo eventuelle Probleme liegen.

 

Leider wurde der Fragebogen, der über den DAV und OeAV in Newslettern verteilt wurde, nicht besonders gut angenommen (vor allem von deutschen Hütten) - was auch ein Anzeichen dafür ist, dass das Thema kompliziert ist und viele dazu öffentlich gar nichts sagen möchten.

Warum manche Hüttenwirte keine Hundefreunde sind

Mehrere Hüttenwirte haben in ihren Antworten allerdings ihre Haltung bzw. ihre Entscheidung "gegen Hund" zusammengefasst:

 

"Würden Hundebesitzer

- ihre Hunde als Tiere betrachten und nicht vermenschlichen

- ihre Tiere an der Leine führen
- ihre Tiere unter dem Tisch Platz gehen lassen, statt auf Sitzpolstern
- ihren Tieren nicht die hütteneigenen Teller und Tassen zum Essen und trinken geben
- die Hinterlassenschaften ihrer Tiere in ein Sackerl packen und mit nach Hause nehmen, statt sie in den Toiletten zu deponieren.
- ihre nassen, stinkenden Tiere selbstverständlich vor der Türe anbinden
... dann hätten Hüttenwirte vielleicht auch wieder mehr Freude an Hundebesitzern als Gäste! "

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"Uns ist die Problematik sehr wohl bekannt. Wir hatten selbst lang Jahre selbst einen Hund. Sehr viele Jahre hatten wir Hunde bei uns in der Hütte untergebracht. Wir hatten sogar ein eigenes Hundezimmer. Auf Grund diverser Probleme mit Hunden und Hundebesitzern hat sich unsere Sektion und wir als Pächter dazu entschlossen, keine Hunde mehr unterzubringen. Auch hat sich gerade in der letzten Jahren die Sensibilität der anderen Gäste gegenüber fremden Hunden eher verschlechtert."

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"Das Übernachten mit Hund ist bei uns aus hygienischen Gründen nicht möglich. Wir haben nicht die Möglichkeit (Stromversorgung), nach einer Hundeübernachtung die Zimmer/Lager wieder so zu reinigen, dass es danach z. B. auch Allergikern  möglich ist in dem Raum zu übernachten.  Das Unterbringen der Hunde in einem Nebengebäude hat sich als nicht praktikabel erwiesen, da sehr viele Hunde nicht alleine schlafen (bellten die ganze Nacht). Ein weiterer Grund: unsere Hütte liegt in einem Naturschutzgebiet und da müssen Hunde grundsätzlich angeleint sein. Das bedeutet, dass ab dem Parkplatz Leinenpflicht ist. Das sollte man eigentlich keinem Hund über mehrere Tage zumuten. Da das Hüttenumfeld nicht eingezäunt ist, kann der Hund auch hier nicht rumspringen. Schlechte Erfahrungen mit Hunden haben bei uns die Almbetreiber gemacht, da immer wieder freilaufende Hunde Lämmer reißen."

 

Ich denke, nach dem Lesen versteht man ein bisschen mehr, wo "der Hund begraben" liegt und weshalb viele Hüttenbesitzer Hunden eher abgeneigt sind.

 

Mein Appell deshalb: Nehmt Rücksicht und euch die Worte hier zu Herzen – damit wenigstens die Übernachtungsmöglichkeiten, die es noch gibt, für Vierbeiner geöffnet bleiben ... Ein paar Tipps, wie man sich mit Hüttenwirten gut stellt und selbst einigen Ärger vermeiden kann, gibt es in meinem Blogbeitrag "Hütte mit Hund".

Mit Hund auf Alpenvereins-Hütten übernachten

In den Hütten des Alpenvereins muss die Mitnahme und die Unterbringung von Tieren bei Übernachtungen in jedem Fall vorab mit den Hüttenwirtsleuten abgeklärt werden. Das empfiehlt sich übrigens auch bei allen anderen Hütten, wo Übernachtungen mit Vierbeiner geplant werden.

 

In allen Schlafräumen sind Haustiere bei Alpenvereins-Hütten grundsätzlich verboten, außer es ist ein Raum deklariert, in welchem auch Bergrettungs- und Blindenhunde nächtigen können, diesen kommt eine besondere Bedeutung zu.

 

Sofern Haustiere gestattet sind, kann eine angemessene Reinigungspauschale von mindestens 10 Euro erhoben werden. Die Tiere dürfen die Hütte nur gereinigt und trocken betreten. Aus hygienischen Gründen dürfen die Tiere nicht im Bett und nicht auf den Alpenvereins-Decken liegen. Eine entsprechende Haustierdecke ist vom Tierhalter mitzuführen.

 

Mehr Tipps, wie man sich in Begleitung eines Vierbeiners auf Hütten verhalten sollte, habe ich in dem Blogbeitrag Mit dem Hund auf der Hütte übernachten zusammengefasst.

Almhütten und Berg-Gasthäuser, bei denen Hunde erlaubt sind

Bei meiner Umfrage haben sich auch mehrere Unterkünfte gemeldet, die (manchmal unter bestimmten Voraussetzungen) gerne Hunde beherbergen.

 

Im Folgenden sind diese hundefreundlichen Betriebe aufgeführt. Die Details im Downloadbereich umfassen genaue Angaben, wie und wo Vierbeiner in den jeweiligen Hütten übernachten dürfen, was es kostet und ob es Extras für die Vierbeiner gibt. Viel Spaß beim Aussuchen – vielleicht kommen durch die  hundefreundlichen Hütten ja auch bei Euch neue Ideen für Wanderungen ...

 

Solltet ihr Hütten kennen, die tierfreundlich sind, freue ich mich über Kommentare oder Zusendung einer E-Mail :-)

Hundefreundlichen Hütten in Deutschland (Stand 2016)



Ingolstädter Haus

Berchtesgadener Land/Steinernes Meer

Übernachtungen mit Hund nur nach Voranmeldung;  Übernachtung im Winterraum,  mindestens eine Person muss beim Hund bleiben. Unkostenbeitrag 5 Euro.


Carl-vonStahl-Haus (Stahlhaus)

Berchtesgadener Land

Hunde nach Anmeldung willkommen, spezielle Hundezimmer, Übernachtung Hunde kostenlos, Details bei Anruf





Ferienhaus Alte Post

Vogtland/Klingenthal

Haustiere sind nach Absprache bei Buchung der Wohnung Spatzennest möglich.

Bericht über einen Urlaub im Spatzennest