Mit Hund in die Dolomiten: Rund um die Drei Zinnen

Mit Hund in den Dolomiten: Wanderung zum Lago de Sorapiss

Wer Berge liebt, der will zumindest einmal im Leben an den Drei Zinnen gewesen sein. Das klappt auch mit Hund gut. Lest mehr über unseren Trip zwischen Massentourismus, totaler Einsamkeit und traumhaften Erlebnissen  ...

mein-wanderhund.de; Drei Zinnen; Wandern mit Hund; Dolomiten

Raus aus der Einsamkeit und hinein in den Tourismus, das war das Motto auf dem Weg vom Sorapiss-See zu den Drei Zinnen. Vorher machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Misurinasee, weil wir erst gegen Nachmittag den Parkplatz der Drei Zinnen ansteuern wollten. Dort wollten wir eines der 24-Stunden-Tickets für die Übernachtung im Campingbus bekommen und dieses auch noch am kommenden Tag ausnützen.

Die Fahrt hinauf zum Parkplatz am Rifugio Auronzo begann mit Stau (Foto). Fast eine Stunde mussten wir vor der Mautstation ausharren, um eines der offensichtlich auch in Nebensaison sehr begehrten Parktickets zu ergattern. Doch unser Plan klappte und am späten Nachmittag hatten wir an dem für Camper auf zwei Ebenen ausgeschriebenen Stellplatz eine super Übernachtungsstelle bekommen. Mitten in den Dolomiten, im Rücken die berühmten Drei Zinnen, die sich wie steinerne Skulpturen gen Himmel strecken.

Stille Einsamkeit im Rücken der Drei Zinnen

Hier hatte es kürzlich geschneit, auf einem Sonnenhang war die weiße Pracht aber schon weggetaut und wir beobachteten dort sitzend die Wanderer, die die Umrundung der Drei Zinnen schon hinter sich hatten. Schließlich machten wir uns auf, dem Sonnenuntergang ein Stück in Richtung Rückseite der Zinnen entgegen zu gehen und das typisch goldene Licht auf den Drei Zinnen einzufangen.

Wir waren alleine. Ganz alleine. Bei DEM Wahrzeichen der Dolomiten überhaupt! In völliger Stille durften wir nach einer leichten, etwas mehr als halbstündigen Wanderung das rot-goldene Naturschauspiel bei den zugeschneiten Zinnenseen genießen, machten dutzende Fotos, beobachteten die Veränderung des Lichtes und waren sehr froh, nicht zu faul zu dieser Unternehmung gewesen zu sein. Dann, als die Abenddämmerung über uns hereinbrach und die Sterne allmählich zu leuchten begannen, wanderten wir fast andächtig bei mystischem Licht zurück auf unseren Stellplatz.

Von der nächtlichen Stille in den Massentourismus bei Tage

Im krassen Gegensatz zu diesem Erlebnis stand das, was wir am nächsten Tag an Massentourismus erlebten: Da ich mit enormen Kopfschmerzen erwachte, konnten wir nicht wie geplant vor 8 Uhr los wandern und erlebten so, wer sich alles auf den Weg rund um die Zinnen macht.

Schon am frühen Vormittag sind hier viele Besucher unterwegs, die sich auf dem anfangs sehr breiten Weg mit Top Aussicht von der Aurenzo-Hütte Richtung Drei Zinnen aufmachen. Erster Fotostopp ist die Capella degli alpini, danach geht es an der Lavaredo-Hütte vorbei, die von vielen schon als erster Pausenstopp genutzt wird. Von hier aus geht es etwas steiler hoch auf den aussichtsreichen Paternsattel.

Wahre Dramen spielten sich wegen schlechtem Schuhwerk und mangelnder Erfahrung auf dem eigentlich einfachen, gut befestigten und breiten Wanderweg ab, der in den schattigen Abschnitten durch die kalte Nacht und den tags vorher tauenden Schnee glatt gefroren war. Schon beim Aufstieg kamen hier viele ins Schlingern, dann, als es vom Sattel ein Stück bergab ging, glaubten wir unseren Augen kaum: Rutschende, ja fallende Menschen in völliger Panik, in Mokassins, mit dünnen Straßenschuhen ohne Halt, die verkrampft versuchten, das eisige, verschneite Stück zu bewältigen, das für eine Bergwanderung keineswegs außergewöhnlich ist.

 

Wir wollten dem stetigen Strom an Menschen entkommen, ließen die Zinnenhütte links liegen und setzen uns lieber etwas abseits hin, um das imposante Dreigestirn auf uns wirken zu lassen. Die Sorge, dass die Wanderung für Hunde möglicherweise nicht machbar ist, war völlig unbegründet. Ari hatte großen Spaß, vor allem in den Schneefeldern, während wir die mannigfaltige Aussicht genossen. Einziger Wermutstropfen: dadurch, dass wir so spät gestartet waren und viele Pausen gemacht hatten, mussten wir inmitten vieler anderer Wanderer, ja, fast einer Karawane gleich, den Rückweg antreten.

Atemberaubende und abwechslungsreiche Kulisse

Ari musste an der kurzen Leine gehen, um keinen der Wanderer zu stören, und insgesamt war es anstrengend, sich an das langsame Tempo des Menschenansturms anzupassen. Der Rundweg von der Zinnenhütte ist hier nicht mehr ganz so gut ausgebaut, es geht über Stock und Stein und vor allem erst einmal bergab, um dann wieder steil anzuziehen.

 

Auch hier beobachteten wir typische Busreisende, die sich die Wanderung scheinbar leichter vorgestellt hatten und schon jetzt mit ihrer Kondition kämpften, viele nutzen auch noch die Möglichkeit, auf der Langealm eine zweite Pause zu machen. Wir genossen die abwechslungsreiche Landschaft und suchten uns noch einen etwas beglegenen Rastplatz.


Über einen ziemlich schmalen Pfad, der auf schmierigem, sulzigen Schnee über ein steil abstürzendes Geröllfeld führte, kamen wir schließlich an den magischen Ort des vergangenen Abends, an dem wir uns gerne an die völlige Einsamkeit zurückerinnerten.

Unser Tipp: Die Drei Zinnen nur frühmorgens oder gegen Abend besuchen, am besten mit einer Übernachtung oben am Parkplatz. Auch wenn die Wanderung für Leute mit etwas Kondition und Bergerfahrung einfach ist - unterschätzen darf man die Unternehmung als Ungeübter nicht!


Tipps für die Wanderung mit Hund: Rund um die Drei Zinnen

Allgemeine Hinweise

Länge der gesamten Rundtour: 9 km

Höhenmeter: ca. 550 Hm

Dauer (durchschnittlich): 4 h

 

Bewertung: Mensch: leicht/blau

 

Parkplatz: Parkplatz an der Auronzohütte

 

Koordinaten: 46°36'48.4"N 12°17'32.6"E

 

Einkehr: Auronzohütte; Dreizinnenhütte; Rifugio Lavaredo; Langealm

Hundespezifische Tipps

Bewertung: Hund: leicht/blau

 

Wasser:

keines, unbedingt mitnehmen

 

"Hotspots" für Hunde:

 

- In Südtirol herrscht Leinenpflicht

- viele Wanderer

- keine Kottütenspender oder Papierkörbe am Weg, nur am Parkplatz



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Kommentare: 3
  • #1

    Jana (Montag, 12 November 2018 16:41)

    Hach, da werden Erinnerungen wach. Eine Übernachtung dort oben mit unserem Wohnmobil wäre auch unser Traum gewesen - allerdings hätte es unsere betagte Dame dort kaum hoch geschafft.
    Die Wetterbedingungen sind dort oben eben sehr wechselhaft und so kann man auch Anfang September plötzlich im Schnee stehen und muss dann eben doch auf halber Strecke umdrehen. Sicherheit geht vor und unser Hund, der Wasser und naße Pfoten so garnicht mag :) https://nomad-dog.com/2017/09/30/unser-lieblingscampingplatz-am-toblachersee-und-ploetzlicher-wintereinbruch-in-den-dolomiten-bei-unserer-wanderung-um-die-3-zinnen/
    Liebe Grüße an Ari von Kira ;)

  • #2

    Becki (Dienstag, 20 November 2018 19:18)

    Wow, tolle Bilder. Ich hab keine Ahnung ob ich das schaffen würde, aber die Aussicht ist der Hammer. Gefällt mir sehr gut. Ich vermute nur, dass es noch Jahrzehnte dauern würde bis ich bei der Region angekommen bin mit den Urlaubszielen.

    Lg Becki mit Joy & Blaze von EineRundeumdenBlog.de

  • #3

    Pauline (Mittwoch, 21 November 2018 23:02)

    Wir waren letzten Sommer auch in den Dolomiten. Mir kamen Jugendliche auf dem Weg zum Pitz Boe entgegen in Sneakern und Hände in den Jackentaschen. Ich konnte meinem Augen nicht trauen.