Wandern und Urlaub mit Hund in Kroatien: Nationalpark Paklenica und Zadar

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In der Paklenica-Schlucht kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: Fast wolkenkratzerhoch sind die Felswände, an denen sich Kletterer wie Spiderman nach oben hangeln. Mittendrin: ein Gebirgsbach zum Entspannen ...

Riesenhafte Felswände empfangen uns in der Paklenica Schlucht

Wir flohen vor den überwiegend asiatischen Besucherhorden bei unserem Besuch an den den Plitwicer Seen in den Nationalpark Paklenica – hauptsächlich, um dort das Klettereldorado der Schlucht Velica Paklenica zu besichtigen. Dass auch diese Schlucht Kulisse für Winnetou war, erfuhren wir erst später.

 

Es ist eine tief in den Fels geschnittene, wilde Schlucht, links und rechts ragen steile, graue, Felswände gen Himmel, die  kaum einem Gewächs Halt bieten. Entlang eines Bächleins können sich hier nicht nur die Freeclimber in Sichtweite der Nationalpark-Besucher vergnügen, auch der Wanderer oder Spaziergänger kann den gut befestigten, mit Steinen durchsetzten Weg etwa 45 Minuten durch die Schlucht nehmen.

 

Gumpen wechseln sich hier mit teils haushohen Felsbrocken ab, man fühlt sich fast wie in eine andere Welt versetzt. Nach einem steilen Anstieg geht es einen schattigen Pfad durch Hainbuchen entlang, wer weiter gehen und einfache Strecke etwa eineinhalb Stunden lang unterwegs sein möchte, findet am Ende der Strecke eine Hütte zur Einkehr.

Ari lahmt mal wieder und beschert uns einen entspannten Nachmittag am Bach

Da Ari aber leider plötzlich etwas lahmte, beschlossen wir, uns an dem Bächlein einen Rastplatz abseits vom Weg zu suchen. Inmitten von Libellen, Fröschen, Wasserläufern und fast schon unheimlicher Stille genossen wir das leise Plätschern des Baches.

 

Unser Campingplatz „Plantaza“ lag übrigens direkt am Meer, die Strandpromenade nach Starigrad gehörte zu unseren täglichen Gassistrecken.

 

Da sich Aris Lahmheit nicht wesentlich verbesserte, mussten wir auf lange Wanderungen verzichten, leider unter anderem auch die in die kleinere Schlucht „Mala Paklenica“ von Seline aus, die sehr pittoresk und selten besucht sein soll und wohl auch mit Hund möglich ist.

Regentag für einen Besuch in Zadar genutzt

In der Nacht wandelte sich der strahlende Sonnenschein, der uns die vergangenen Tage begleitet hatte, in einen lauten Platzregen. Auch der Morgen begann trüb und windig, so dass wir uns dazu entscheiden, die Altstadt von Zadar zu besuchen, die auf einer Halbinsel liegt und wegen ihrer römischen und venezianischen Gebäude bekannt ist.

 

Uns hat nicht nur der Baustil der Hafenstadt gefallen, auch die beiden architektonischen Kunstwerke „Meeresorgel“ und „Gruß an die Sonne“ sind uns unvergesslich geblieben. Vor allem Ari konnte die ganz ungewöhnlichen Meerestöne, die ein kompliziert angelegtes Röhrensystem unter der Promenade je nach Wind und Wellengang produziert und durch kleine Öffnungen, groß wie Mauselöcher, nach oben transportiert, nicht einordnen.

 

Sein Kopf mit ganz nach vorne gestellten, gespitzten Ohren ging von links nach r echts und irgendwie war ihm die sphärisch klingende „Meeresmusik“ dann doch unheimlich …

 

Zeit, sich den „Gruß an die Sonne“ genauer anzusehen: Architekt Nikola Basic hat hier mit 300 mehrschichtigen Glasplatten einen Kreis mit 22 Metern Durchmesser gestaltet, der die Sonne darstellen soll.

 

Das Licht, das tagsüber auf die Platten fällt, erstrahlt nachts in flackerndem Wechselspiel. Am trüben Tag unseres Besuchs boten die Platten einen weiteren Vorteil: sie wirkten wie eine Heizung, die dem ständigen, böigen Wind trotze, und auf ihnen sitzend ließ sich die steife Meeresbrise am äußersten Zipfel der Halbinsel bestens aushalten.

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Kommentare: 4
  • #1

    Jasmin (Donnerstag, 28 Juni 2018 07:25)

    Tolle Infos vielen Dank.
    Wie hieß der Ort wo ihr übernachtet habt?
    Habt ihr bei der Anreise irgendwo einen Zwischenstopp gemacht?

  • #2

    Andrea Obele von mein-wanderhund (Freitag, 29 Juni 2018 21:50)

    Hallo Jasmin, ich habe es leider nicht deutlich herausgehoben: wir haben auf einem Campingplatz in Starigrad übernachtet, Camping Plantaza, soweit ich mich erinnere. Zwischenstopp war in Slowenien, leider weiß ich nicht mehr, wei der hieß. hatten wir über eine Stellplatz-App gefunden ... LG Andrea

  • #3

    Nellie (Montag, 23 September 2019 20:34)

    Servus zusammen,

    wir sind über diesen Artikel gestolpert, als wir "Mala Paklenica mit Hund" gesucht haben, und dachten uns, es ist vielleicht für den ein oder anderen Besucher hilfreich, wenn wir einen kleinen Erfahrungsbericht da lassen. Wir haben die Mala Paklenica diese Woche bewandert, waren uns im Vorfeld aber nicht wirklich sicher, ob das mit Hund gut zu schaffen ist.

    Unsere Hündin ist zwei Jahre alt, Labrador-Vizsla-Mix, und hat schon die ein oder andere Bergwanderung hinter sich. Sie hat Spaß daran, Felsen hoch zu kraxeln, ist ziemlich trittsicher und kann aus dem Stand schätzungsweise 80cm hoch springen und sicher landen. Mittlerweile hat sie auch gelernt, sich im Gelände eher kraftsparend zu bewegen. Das Flußbett war komplett trocken, was die Sache etwas einfacher gemacht hat. Und wir hatten das Glück, einen bewölkten Septembertag mit gemäßigten Temperaturen und ohne Niederschlag zu erwischen.

    Wir sind die kleinstmögliche Rundtour gegangen, also 12,3km: vom Parkplatz (Eingang 2 - Seline) in die Schlucht, nach einigen Kilometern nach links aus der Schlucht hinauf zum Kamm, und dort wieder links und runter nach Seline. Laut dem Herrn im Kassenhäuschen "etwa 2,5 Stunden durch die Schlucht und dann links rum wieder zurück" - klang eigentlich ganz entspannt.

    Tatsächlich waren wir alleine in der Schlucht 4,5 Stunden unterwegs, ohne großartig herumgetrödelt zu haben. Klar, ein paar kurze Pausen, zwischendurch die tolle Umgebung angucken und ein paar Fotos machen. An schätzungsweise 8 Stellen mussten wir unsere Hündin heben, teilweise zu zweit (d.h. eine hebt ihn von unten hoch, der andere liegt oben auf dem Bauch und nimmt sie entgegen). Mit einem 16kg-Hund, der dann auch auf kleinen Flesen und Schrägen sicher steht, aber ganz gut machbar.

    Nicht zu unterschätzen ist der Part nach der Schlucht: nach dem Verlassen der Schlucht geht's erstmal relativ Steil durch den Wald nach oben auf den Bergkamm - dort waren wir knappe 45min unterwegs. Und auch der Abstieg Richtung Seline hat es in sich - er ist zwar weniger steil, geht aber durch sehr unregelmäßiges felsiges Gelände, und benötigt viel Konzentration und Kraft. Insgesamt waren wir 7:45 unterwegs und am Ende ziemlich ausgepowert.

    Unser Fazit: auf jeden Fall ein sehr sehr sehenswerte Tour, wahrscheinlich die coolste, die wir überhaupt bisher gegangen sind - sie ist aber nicht zu unterschätzen, und mit Hund wirklich nur empfehlenswert, wenn er trittsicher und geübt ist, eine gute Ausdauer hat und leicht genug ist, dass man ihr zwischendurch auch irgendwo hoch heben kann. Wetterbericht beachten, auf jeden Fall lieber etwas früher als später losmarschieren und genug zu essen und trinken mitnehmen.

    Wir hoffen, das hilft dem ein oder anderen bei der Tourenplanung. :)

  • #4

    Andrea von mein-wanderhund (Dienstag, 24 September 2019 09:52)

    Danke für eure tolle Beschreibung - war sicher eine richtig tolle Runde!!! LG Andrea