Wandern mit GROSSEN Hunden: Riesenschnauzer Hurley

Über 70 Zentimeter ist Hurley groß und hat noch dazu Epilepsie. Trotzdem ist er mit Frauchen Bärbel und Zelt in den Weiten Schwedens auf Mehrtagestouren unterwegs. Lest weiter, wie das möglich ist ...

Wie heißt dein Hund, welche Rasse hat er, wie groß und, wie alt ist er?

Mein Hund heißt Hurley, er ist ein Riesenschnauzerrüde mit 72 cm Schulterhöhe und 47 kg Gewicht. Hurley ist im Februar diesen Jahres acht Jahre alt geworden.

Wie oft gehst du mit deinem Hund wandern und wie weit?

Wir machen mindestens zwei bis drei Mal die Woche Tagestouren zwischen 6 und 15 km und ich versuche zwei Mal im Jahr für mehrere Tage mit dem Zelt unterwegs zu sein. Wir wohnen in Südschweden und haben somit unser Wanderrevier direkt vor der Haustür 😊. Ich finde, das Wandern mit Hund ist eine tolle Möglichkeit, eine enge Bindung zu seinem Tier zu schaffen. Im Gegensatz zu Agility oder anderen Hundesportarten ist dabei die körperliche Belastung für den Hund viel geringer.

alle Fotos © Schwedenparadies.de

Vor welche Herausforderungen/Probleme stellt dich die Besonderheit deines Vierbeiners beim Wandern?

Hurley leidet leider seit zwei Jahren unter epileptischen Anfällen und wird entsprechend medikamentös behandelt. Das schränkt zum einen seine Leistungsfähigkeit ein, wir sind deutlich langsamer unterwegs als früher, gleichzeitig ist die gleichmäßige Bewegung für ihn sehr wichtig.

 

Bei Mehrtagestouren ist die Futterversorgung von Hurley eine kleine Herausforderung, aber er hat einen eigenen kleinen Rucksack und trägt einen Teil seines Futters selbst. Praktischer Weise wird da das Gewicht immer weniger, je länger wir unterwegs sind und je müder unsere Beine werden.

Inwieweit schränkt dich dein Vierbeiner beim Wandern ein? Wo sind eure Grenzen?

Seine Erkrankung steht natürlich heute sehr im Vordergrund. Wenn es ihm nicht gut geht, dann gehen wir nicht los! Seine Gesundheit steht an erster Stelle. Wir haben das Glück, dass Småland keine großen Berge hat, so sind unsere Wege immer eher eben, wir haben keine großen Höhenlagen und die körperliche Belastung läßt sich sehr gut dosieren. Durch die vielen Seen ist auch immer eine Abkühlung in der Nähe, für uns ist es hier ein kleines Paradies. Ich habe nicht den Anspruch, bei den Wanderungen meine Grenzen auszuloten, ich genieße einfach das „draußen sein“ und versuche im Einklang mit der Natur unterwegs zu sein.

Welche Lösungen hast du dir für die Besonderheit deines Hundes überlegt?

Hurley bestimmt das Tempo auf unseren Wanderung, wir machen ausreichend Pausen und der Weg ist das Ziel. Wir genießen die Zeit zu zweit ohne Handy, ohne Termine und ohne Stress in der Ruhe der wunderschönen Natur. Wenn ich Mehrtagestouren plane, dann lassen wir uns absetzen und rufen an, wann und wo wir wieder geholt werden möchten. So sitzt uns keine feste Strecke im Nacken, die wir schaffen müssen.

Wie reagieren andere Wanderer oder auch Hüttenwirte?

Obwohl Hurley ein großer, beindruckender, schwarzer Hund ist haben wir sehr viele positive Erfahrungen gemacht. Viele Leute fragen interessiert nach, was das für eine Rasse ist, andere kennen Riesenschnauzer und sind fasziniert von ihrem Erscheinungsbild. Oft wird uns unterwegs Wasser angeboten.

Welche Tipps könntest du Wanderanfängern mit den gleichen Hunden geben?

Der Riesenschnauzer ist ein recht eigenständiger Hund und wird als Wach- und Schutzhund gezüchtet. Das muss man wissen und beachten. Kommen unterwegs zum Beispiel andere Wanderer direkt auf einen zu, kann der Hund das unter Umständen als Angriff oder Bedrohung empfinden und entsprechend reagieren. Man muss als Mensch seinen Hund gut kennen, lesen können und entsprechend rechtzeitig reagieren, um Missverständnisse auf beiden Seiten (Hund und Mensch) zu vermeiden.

Welches Erlebnis in Zusammenhang mit deinem Hund beim Wandern ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Hurley hat auf einer Tour einmal eine Kreuzotter im hohen Gras aufgestöbert. Die hatte gerade eine Maus gefangen (die hat er wohl gerochen) und wollte ihre Beute natürlich nicht teilen. Durch die lange Gesichtsbehaarung von Hurley hat die Schlange zum Glück kein gutes Ziel gefunden und ihr Biss und das Gift sind im Bart „hängen geblieben“. Zum Glück ist Hurley nichts weiter passiert, aber da habe ich einen großen Schreck bekommen, das hätte sehr gefährlich werden können.

In ihrem Schwedenparadies bietet Bärbel mit ihrem Mann auch eine Wanderwoche für Hunde an. Mehr Infos zu diesem besonderen Urlaub mit Hund gibt es auf der Homepage beim Punkt Extras.

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