Wandern mit besonderen Hunden: Der haarige Schapendoes Clarence

Wandern mit Hund, Wandern mit besonderen Hunden: Der haarige Schapendoes Clarence.

Clarence ist ein Schapendoes, ein Hütehund aus dem hohen Norden. Heiße Temperaturen sind deshalb nicht wirklich "sein Wetter", aber auch mit Schnee und dem langen Fell gibt es manchmal Probleme. Wie sein Herrchen Alfred diese löst, hat er uns erzählt ...

Wie heißt dein Hund, welche Rasse hat er, wie groß und, wie alt ist er?

Herr Clarence of Hairy Grasshoppers (Clarence), er ist ein Schapendoes mit Schulterhöhe ca. 47cm und 4 1/2 Jahre alt.

Wie oft gehst du mit deinem Hund wandern und wie weit?

Durch Beruf und Studium nebenbei, zur Zeit nur am Wochenende. Dann ca. 12-16 km. Wenn unter der Woche am Abend Zeit ist, ca. 5 bis 8 Kilometer, je nachdem, wo ich eine Runde finde. Die Strecken für die Wanderungen ergeben sich sehr oft aus Geocaches.

Vor welche Herausforderungen/Probleme stellt dich die Besonderheit deines Vierbeiners beim Wandern?

Wenn ich/wir alleine mit Clarence unterwegs sind, läuft er eigentlich immer frei, da er gut abrufbar ist, außer er hat hat eine intensive Spur aufgenommen, dann wir er an die Leine genommen. Freunde von uns haben einen Hund, der viel mehr Aufmerksamkeit erfordert. Dadurch geht für mich aber das Wandervergnügen verloren. Was habe ich von einer Wanderung, wenn ich meine Aufmerksamkeit ständig auf meinem Hund haben muss?!

Inwieweit schränkt dich dein Vierbeiner beim Wandern ein? Wo sind eure Grenzen?

Ich bin mit Clarence schon einmal die Holzstufen einer Klamm hinunter gegangen, bzw. habe ich ihn getragen. Hier waren wir definitiv an unserer Grenze.  Steilere steinige Stellen, ab dem 2. Klettergrad würde ich sagen, sind nichts mehr für uns. Allgemein Wanderungen mit Abschnitten, wo Clarence getragen werden muss, was meistens in felsigem Gelände vor kommt. Hier muss man sehr gut aufpassen. Grundsätzlich versuche ich, so viel wie möglich an Informationen zu finden, die es zu einer geplanten Tour gibt. Es gibt viele Internetseiten, wo man viele Fotos und Streckenbeschreibungen findet. Hier bin ich sehr bedacht, um Überraschungen auf der Wanderung zu vermeiden. Eine Einschränkung wäre, wenn ich wirklich weit wandern will 25 bis 30 Kilometer. Das wäre dann zu viel für Clarence. 

Welche Lösungen hast du dir für die Besonderheit deines Hundes überlegt?

Wie oben schon erwähnt, lassen wir Clarence immer frei laufen beim Wandern. Wenn wir einen zweiten Hund hätten, würden wir es, je nach dem, wie er folgt genau so halten. Sollte die Leine notwendig sein, würden wir jeden Hund an eine eigenen Leine nehmen, da sie dadurch etwas mehr Platz haben. Auf längeren Touren haben wir immer genug Wasser dabei.

 

Das lange Fell ist für Clarence schon teilweise eine Behinderung. Im Winter schneiden wir ihm regelmässig die Haare zwischen den Pfoten und and den Beinen bis zur Hälfte. Das hilft fürs erste einmal sehr viel, dass sich nicht so viele Schneebommel bilden. 

 

Auf Schneeschuhtouren habe ich ihm die Pfoten vorher entweder mit Hirschtalgsalbe oder Vaseline eingeschmiert. Hier bilden sich aber trotzdem nach einiger Zeit Schneeklumpen zwischen den Pfoten, aber die lassen sich, wegen dem Fettanteil in der Salbe bzw. Vaseline leicht abziehen. (Tipp von mein-wanderhund: Hier gibt es das Rezept unserer Pfotensalbe zum Selbermachen)

 

Als Hütehund aus dem Norden ist der Sommer nicht seine Lieblingsjahreszeit, Hier achten wir dann sehr auf die Temperaturen, wenn wir Wanderungen machen. Hier schaue ich bei der Streckenplanung dann auch, ob es evtl. einen See oder andere Abkühlmöglichkeiten gibt. Sonst versuche ich die Touren so zu planen, dass wir viel im Wald und nicht in der prallen Sonne unterwegs sind. 

Wie reagieren andere Wanderer oder auch Hüttenwirte?

Bis jetzt haben wir zum Glück keine negativen Erfahrungen mit anderen Wanderern od. Hüttenwirten gemacht. Wanderer lachen uns bzw. Clarence immer an, da er durch seine Größe und die wuschigen Haare sehr freundlich wirkt. Clarence interessieren andere Leute eigentlich auch nicht, außer sie hätten ein Leckerlie für ihn ;) 

 

Bevor wir zu Hütten kommen, wird Clarence immer angeleint und wir halten auch Ausschau nach einem möglichen Schild, ob Hunde in der Hütte erlaubt sind. Am Schutzhaus des Zirbitzkogels z.B. ist beim Eingang ein Schild angebracht, dass Hunde keinen Zutritt haben. Das ist dann so auch zu respektieren. 

Welche Tipps könntest du Wanderanfängern mit dem gleichen Hund geben?

  • auf jeden Fall genügend Wasser mitnehmen
  • sich die Strecke genau anschauen, ich plane meine Strecken immer auf www.gpsies.com, um den Streckenverlauf als GPX Datei auf das Handy bzw. GPS zu übertragen. Bei gpsies bekommt man auch ein Höhenprofil, was hilfreich ist. 
  • ein Erste Hilfe Set
  • in einem unbekannten Gebiet vorab so viele Infos wie möglich finden, damit man ein Gefühl für die Tour bekommt und keine bösen Überraschungen erlebt (ich habe auch schon Personen direkt kontaktiert, die Tourenberichte online gestellt haben, wenn ich mir noch nicht 100 % sicher war bei einer schwierigen Stelle)
  • leichte einfache Touren zu Beginn, um den Hund nicht zu überfordern.

Welches Erlebnis in Zusammenhang mit deinem Hund beim Wandern ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

  • die schönste Wanderung habe ich alleine mit Clarence in den Seckauer Alpen gemacht. Hier der Link zu meinem Blogeintrag. Es war eine lange anstrengende Tour bei herrlichem Wetter. 
  • ein richtig negatives Erlebnis hatten wir zum Glück noch nicht, auch bei Kuhherden nicht. Hier nehme ich Clarence immer an die Leine und weiche der Herde in großen Bogen aus, um nichts anbrennen zu lassen. 
  • auf einer Schneeschuhtour wurde es ziemlich "zaach": Wir sind vom Parkplatz bei der Koralpe (zwischen der Steiermark und Kärnten) über das große Kar auf den Gr. Speikkogel gewandert. Ab dem großen Kar war dann dichter Nebel und wir sind von der eigentlichen Route abgekommen und dann im Knie tiefen Schnee irgendwie wieder auf den Normalweg gekommen und dann über den Gipfel zum Koralpen Schutzhaus. Es war sehr anstrengend und Clarence war schon voller Schneebommel und ziemlich fertig. Zum Glück sind sich auch zwei Tourengeher vergangen, die uns überholt haben und für uns dann gespurt haben. Nach einer langen Ruhepause in der Schutzhütte sind wir dann bei Sonnenschein auf der Zufahrtsstraße zum Parkplatz zurück. Hier war Clarence schon wieder gut drauf :)

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