Wandern mit mehreren Hunden: Sarah und die Windhunde

Wandern mit mehreren Hunden: Sarah und ihre Windhunde.

Zwei Windhunde mit starkem Jagdtrieb machen unbedingt eine Leine beim Wandern erforderlich. Wie Sarah Ebner das Problem gelöst hat und auf was es noch beim "Rudel-Wandern" ankommt, erzählt sie im Blog-Post ...

Wie heißen deine Hunde und wie alt sind sie?

Meine hellbraune Hündin Faye ist angeblich ein Windhund-Collie Mischling, sie hat etwa eine Schulterhöhe von 60 cm und dürfte sechs Jahre alt sein. Mein schwarzer Rüde Koda ist ein Galgo-Mischling mit einer Schulterhöhe von etwa 70 cm und er dürfte so zwei bis drei Jahre alt sein.

Wie oft gehst du mit deinen Hund wandern und wie weit

Wir wohnen in Wien, und waren bis vor kurzem ohne Auto. Wandern in den Bergen gibt es also hauptsächlich in diversen Urlauben in der Schweiz. Hier bei uns gehen wir gerne auf den Wiener Hausbergen oder im Wienerwald wandern. So eine Tour dauert dann etwa zwei bis vier Stunden und gehen wir ungefähr zwei Mal im Monat.

Vor welche Herausforderungen/Probleme stellt es dich, mit mehreren Vierbeinern zu wandern?

Da meine zwei mit ihren Windhund-Genen einen starken Jagdtrieb haben, müssen sie beim Wandern an der Leine laufen. Anfangs gab es oftmals ein Leinengewusel, welches wir aber schon recht gut unter Kontrolle haben. Somit sind Tierbegegnungen immer wieder spannend, aber durch unser Training – ruhiges beobachten wird gelobt – kein wirkliches Problem mehr, da wir meist ruhig und gesittet weitergehen können.

Inwieweit schränken dich deine Vierbeiner beim Wandern ein? Wo sind eure Grenzen?

Ich kann nicht gleichmäßig schnell und kontinuierlich wandern. Meine Hunde wollen gerne schnüffeln, bleiben immer wieder stehen, machen so dies und das. Dadurch dass wir alle durch die Leinen zusammenhängen, muss ich eben warten oder sie zum weitergehen ansprechen.

Welche Lösungen hast du dir dafür überlegt, mit mehreren Hunden wandern zu gehen?

Unsere bisher beste Lösung ist: für mich ein Canicross-Gürtel, an dem beide mit einer eigenen Leine mit Rückdämpfer angehängt sind und ein Geschirr tragen. Allerdings nutze ich ihn nicht wie üblich. Faye ist links an einer Schlaufe angehängt – sie zieht auch nicht – und Kodas Leine ist zwar auch an dieser Schlaufe dran, allerdings ziehe ich seine Leine noch zusätzlich durch die rechte Schlaufe damit ich nicht komplett schief gezogen werde, wenn er mal auf Zug geht. Durch diese Lösung habe ich kein Leinengewusel vor meinen Füßen, muss die Leinen nicht halten und jeder geht quasi seines Weges.

 

Zu Anfang habe ich Koda auch einen Rucksack tragen lassen, nach einer Eingewöhnung habe ich ihn einen halben Liter Wasser aufgeteilt tragen lassen. Allerdings finde ich die Sitzform nicht ganz optimal. Denn leider schränkt er doch die Schultern etwas ein, zwar nur minimal, aber gerade zum Wandern ungeeignet. Daher trage ich das ganze Gewicht, und achte gerne auch darauf, dass wir in Wassernähe wandern gehen.

Wie reagieren andere Wanderer oder auch Hüttenwirte?

Wenn uns jemand entgegen kommt, weiche ich immer auf die Seite aus und lasse wenn nötig die Hunde auch absitzen. Wir haben bisher nur positive Erfahrungen mit anderen Wanderern gemacht, und durch unser Ausweichen bekommen wir des öfteren ein Lächeln, oder sogar ein Danke zu hören. 

 

Auch bei Hüttenwirten bekommen wir positiven Zuspruch. Ich habe für meine zwei immer ihre „Entspannungsdecken“ mit, auf denen sie Platz machen und brav warten bis wir weitergehen.

Welche Tipps könntest du Wanderanfängern mit mehreren Hunden geben?

Wenn die Hunde an der Leine geführt werden, dann rate ich eher von langen Schleppleinen ab, dann ist man auch nur mit Leine aufsammeln, darübersteigen usw. beschäftigt. Da ich es zum Wandern wirklich praktisch finde, wenn die Hände frei sind, empfehle ich auch einen Canicrossgürtel/Tourengürtel – allerdings müssen die Hunde hier unbedingt lernen nicht kreuz und quer zu gehen.

 

Bei uns ist die Lösung – Faye geht auf der linken Seite, Koda auf der rechten – falls es mal zu spannend riecht und ein Hund „falsch“ läuft gibt’s das Kommando „geh auf deine Seite“ und damit hat sich's erledigt. Auch Kommandos wie Langsam, Halt, Warte sind sehr hilfreich. Dann natürlich das Übliche: Gesundheit des Hundes, die passende Ausrüstung (gut sitzende Geschirre welche die Bewegung nicht einschränken), erst langsam steigern, genug Wasser, Erste Hilfe usw.

Welches Erlebnis in Zusammenhang mit deinen Hunden beim Wandern ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Dass wir alle jedesmal diese Ruhe spüren wenn wir in den Bergen sind, selbst die Hunde sind so zufrieden und gelassen. Über unsere Erlebnisse berichte ich übrigens auch auf unserer Facebook-Seite.

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