Mit dem Hund nach Südfrankreich: Pfotencheck Provence 3 - Eintauchen

Der wunderschöne Hafen von Cassis.
Der wunderschöne Hafen von Cassis.

Ein zerfetztes Moskitonetz, eine unangenehme Fischallergie, Wildschweine und die steilsten Klippen Frankreichs: Weiter geht es zu einem Familienbesuch, einem  Trip nach Aix-en-Provence und Relaxen im romantischen Cassis ...

Nach dem Ruhetag am See fuhren wir in die Nähe von Aix-en-Provence, wo meine Tante schon seit vielen Jahren auf einem Bauerhof lebt. Seit etwa 20 Jahren haben wir sie nicht mehr getroffen, und letztlich war dieser Besuch auch ein Grund für unsere Reise. 

 

Bei meiner Tante angekommen, die auf einem Bauernhof im provenzalischen Nirgendwo mit Pferden und zwei Hofhunden lebt, kam es zum negativsten Intermezzo unserer Wohnmobilreise. Die Schäferhündin liebte Ari, der männliche Malinois fand die Avancen meines  vierbeinigen „Verführers“ gar nicht nett und so waren wir gezwungen, die Hunde vier Tage lang zu trennen.

 

Wir dagegen wurden herzlich aufgenommen, bestens versogt und hatten wieder Gelegenheit, die Köstlichkeiten der französischen Küche zu genießen.

Tierischer Nebenbuhler und ein zerfetzes Moskitonetz ...

Ari musste in diesen Tagen allerdings mehr Zeit als geplant im Reisemobil verbringen. Offensichtlich zu viel Zeit, denn am dritten Tag offenbarte er uns zum ersten Mal in seinem fünfjährigen Hundeleben wahre „Entfesselungskünste“: Er zerfetze das große, fest eingebaute Mückennetz der Womo-Eingangstür, um heraus zu kommen. Damit riss er auch ein Loch von knapp 400 Euro in die Urlaubskasse. Die Hundehaftpflicht, auf deren Ersatz wir eigentlich gebaut hatten, zahlt nämlich für Schäden an gemieteten Fahrzeugen nicht!

Übrigens hat sich Tantes Hündin vor Jahren mit Leishmaniose infiziert, Südfrankreich gehört zum Risikogebiet der durch Sandmücken übertragbaren Krankheit. Während unserer Reisezeit drohte allerdings keine Gefahr mehr, denn die Nächte waren schon zu kalt für Ungeziefer dieser Art. Auch mit Zecken hatten wir keine Probleme.

Von der Universitätsstadt Aix en Provence ins romantische Cassis

Auf dem Weg zur Calanques d'En-Vau. Im Hintergrund das Cap Canaille.
Auf dem Weg zur Calanques d'En-Vau. Im Hintergrund das Cap Canaille.

Nach dem obligatorischen Sightseeing in der Universitätsstadt „Aix-en-Provence“, wo Ari wieder für durchwegs positives Echo sorgte, ging es für uns direkt an die Küste nach Cassis. Allerdings ohne Mama, die den geplanten Rückflug nach Hause antrat.  Wir hatten uns den Campingplatz Les Cigales ausgesucht, der auch im Womo-Reisefüherer Band 37 wärmstens empfohlen wurde.

 

Der Campingplatz liegt oberhalb von Cassis, so dass man auf dem Weg zum und vom Hafen oder zum Meer immer einige Höhenmeter zu bewältigen hat - was wir nicht weiter schlimm fanden.

 

In direkter Nähe des Campingplatzes (beim Ausgang zwei mal links halten, dann kommt links ein Feldweg, der von der Straße hoch führt) liegt ein kleines Waldstück, auf dem man die Morgengassirunde bequem erledigen kann, auf dem Rückweg gibt's beim Bäcker frische, typische französische Croissants zum Mitnehmen.

 

Tagsüber führte unsere erste Wanderung in die Calanque d'En-Vau. Ganz ehrlich: ich hätte da nicht mehr weg wollen. Azurblaues Wasser, kaum Menschen, eine Ruhe ... und Wildschweine! Miniwildschweine, die ziemlich frech versuchen, Proviant aus Rucksäcken zu klauen! Wo ist nur Obelix?  :-)

Warum ich nie wieder Fischsuppe essen werde...

Abends im Hafen tummelten sich trotz der Nachsaison viele Besucher, kein Wunder, Cassis gehört zu den schönsten Städtchen, die wir auf unserer Reise entdeckt hatten. Schon mal hier, war es für uns an der Zeit, eine richtige Bouillabaisse, also eine Fischsuppe zu versuchen.

 

Wie im Reiseführer gelesen, reservierten wir (ist zu empfehlen) am Abend vorher in der Poissonnerie Laurent und fühlten uns gleich richtig wohl: Der Ober brachte als erstes Ari einen Napf voll Wasser, und nachdem wir unsere Bestellung aufgegeben hatten, gab es noch ein Leckerchen für den Vierbiener.

 

Der zweite Hund, der im Lokal anwesend war, wurde genauso fürsorglich behandelt. Rotwein, der Hund gut versorgt, ein laues Lüftchen und der Hafen direkt vor unserem Tisch - leider sollte der romantische, gemütliche Abend nicht das halten, was er zunächst versprach: Offensichtlich leide ich nämlich an einer Unverträglichkeit, was Muscheln und Seefisch betrifft - das wusste ich vorher nicht.

 

Ich will hier keine Einzelheiten aufzählen, aber ich denke, ich bin an einer Krankenhauseinlieferung gerade nochmal vorbei gekommen. An diesem Abend habe ich den Heimweg mit seinen Höhenmetern verflucht – obwohl ich ihn irgendwie nur zum Teil mitbekommen habe - so mitgenommen war ich.

Azurblaue Calanques und die steilsten Klippen Frankreichs

Unser Stellplatz am Camping Les Cigales in Cassis.
Unser Stellplatz am Camping Les Cigales in Cassis.

Um diese (unangenehme) Erfahrung reicher legten wir am nächsten Tag nochmal einen Ruhtag ein, den wir mit einer Wanderung auf einem Felsen an der Halbinsel von Port Miou verbrachten. Das Rauschen des Meeres, der tolle Blick in die Weite, es war herrlich.

 

Eigentlich wollten wir ja gar nicht so lange in Cassis verweilen, aber der Ort und seine Ausflugsziele hatten uns so verzaubert, dass wir noch einen Tag dran hängten.

 

An diesem Tag ging es vom Campingplatz mit dem Rad zum Cap Canaille - bei einer Steigung von bis zu 30 Prozent hätten wir uns das vorher besser überlegen sollen. Ich habe am Ende (fluchend) geschoben, bis wir den Einstieg zum Wanderweg erreicht hatten. Dort haben wir die Räder verschlossen und sind an den steilsten Klippen Frankreichs entlang gewandert - sagenhafte Aussicht und Blick auf Kletterer inklusive!

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