Happy End: Bergwacht rettet ausgebüchsten "Zorro" aus misslicher Lage

Bergwacht Chiemgau; Bergretter; Bergwacht rettet Hund; BRK BGL

Diesen Urlaubstag hatten sich die Besitzer des eineinhalbjährigen Zorro anders vorgestellt: Bei einer Bergtour schlüpfte der Vierbeiner aus dem Halsband und folgte einer Wildspur bergab in einen steilen, unwegsamen Graben. Nur die Bergwacht konnte den erschöpften Zorro retten. Wie es dazu kam - und was wir daraus lernen können:

Heute kann ich euch eine sehr emotionale Geschichte erzählen, die dank der Bergwacht sehr gut ausgegangen ist. Sie bestätigt mich in der Meinung, dass ein gut sitzendes Geschirr am Berg besser gewählt ist als ein Halsband. Vielleicht oder sogar wahrscheinlich wäre die ganze Geschichte mit Geschirr so nicht passiert. Mehr dazu habe ich in meinem Blogbeitrag "Halsband oder Hundegeschirr? geschrieben.

Es zeigt auch wieder, dass die Bergwacht auch für Vierbeiner ausrückt und sich Gefahren und stundenlangen Strapazen aussetzt, um Hund und Besitzer wieder zusammenzubringen. Wie und wann die Bergwacht das tut, habe ich in dem Blogbeitrag "Rettet die Bergwacht meinen Vierbeiner?" genauer zusammengefasst.

 

Aber jetzt lasst uns gemeinsam nachvollziehen, was der junge "Zorro" und seine Besitzer am Samstag, 15. Juli 2018, im Berchtesgadener Land Spannendes und Hochemotionales erlebten...

Wandertour am Ristfeuchthorn – Hund geht in steilem Gelände "stiften"

Ein Urlauber-Ehepaar aus Brandenburg war bereits am Vormittag mit dem Gebirgsschweißhund "Zorro" und einem Terrier-Mischling vom Gasthaus Schneizlreuth (Deutschland, Bayern, Berchtesgadener Land) aus über den Normalweg Richtung Ristfeuchthorn (übrigens Tour Nr. 15 aus meinem Buch) aufgestiegen, als der eineinhalbjährige Rüde am Mittag kurz nach 12 Uhr in einem Buchenwald in rund 1.100 Metern Höhe plötzlich aus seinem Leder-Halsband schlüpfte und bergab durch steiles, felsdurchsetztes Wiesengelände und eine Felsrinne einer Gämsen-Fährte folgte.

 

Die Besitzer warteten zunächst eine Stunde darauf, dass der Hund wieder zurückkommt, stiegen dann wieder unterhalb der Felswände ab, wobei sie „Zorro“ bellen hörten, aber nicht sehen konnten. Der Mann versuchte über eine Rinne zum Hund aufzusteigen, konnte ihn aber nicht erreichen und verletzte sich leicht am Unterarm.

 

In seiner hilflosen Lage setzte das Ehepaar gegen 14.20 Uhr bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf ab, die die Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger alarmierte.

Zorro bleibt verschwunden - zwei Bergwachtmannschaften rücken aus

Bergwacht Chiemgau; Bergretter; Bergwacht rettet Hund; BRK BGL

Zwei Fußmannschaften stiegen über den Normalweg auf und querten in rund 920 und 1.050 Metern Höhe durch die steilen Grashänge und Rinnen zu den Felswänden, wo sie den Hund immer wieder bellen und winseln hörten.

 

Zorro er schaffte es wohl nicht mehr, über die steilen Felsstufen nach oben zurück auf den Normalweg zu gelangen. Die genaue Ortung war aufwendig und schwieriger als zunächst gedacht, da der Rüde unterhalb eines Abbruchs auf einem ausgedehnten Grasband oberhalb der Felswand immer wieder hin- und herlief und geländebedingt nur sehr lokal begrenzt zu hören war.

 

Die Reichenhaller Mannschaft querte in rund 920 Metern Höhe und seilte sich ab, konnte das Tier von unten aber nicht erreichen; die Angerer Mannschaft ließ in 1.050 Metern Höhe zunächst einen Retter rund 50 Meter tief durch die Rinne auf das Grasband oberhalb der Felswand ab, der das Tier notdürftig mit einer Bandschlinge sicherte.

Bergwacht Chiemgau; Bergretter; Bergwacht rettet Hund; BRK BGL
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Hund nach langer Suche gefunden – zwei Männer helfen Zorro nach oben

Der Rüde schaffte es dann aber trotz der Hilfe des Retters nicht über die Abbrüche, weshalb er weiter nach Norden geführt wurde, wo der Hang etwas flacher abbricht. Dort bauten die Angerer Bergretter dann einen weiteren Standplatz auf und ließen einen zweiten Retter ab.

 

Die beiden Einsatzkräfte stiegen vom Stand aus seilgesichert mit dem Tier durch die steile, felsdurchsetzte Grasleiten auf und gingen dann bergauf und über einen Quersteig zum Normalweg zurück. Die zur Ortung angeforderte Mannschaft des Technikbusses der Bergwacht Traunstein mit ihrer Suchdrohne wurde nicht mehr benötigt. Sieben Einsatzkräfte waren über vier Stunden lang gefordert.  

 

Gegen 18.45 Uhr konnten die überglücklichen Urlauber „Zorro“ wieder in Empfang nehmen. „Für die Besitzer spielten zu keiner Zeit die anfallenden Kosten eine Rolle, sondern allein das Wohl der Retter und des Hundes. Sie waren so dankbar, dass sie die gesamte Mannschaft zum Abendessen beim Wirt einluden, wo der schöne Einsatz in geselliger Runde gemütlich ausklang“, freut sich der beteiligte Reichenhaller Bergwachtmann Matthias Wich, zugleich Ressortleiter Kommunikation der Bergwacht-Region Chiemgau.

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Aufruf: Wenn Dir diese Geschichte gefällt, spende für die Bergwacht!

Ich wette, Du findest dieses hollywoodreife Hundedrama am Berg mit Happy End genauso schön wie ich. Deshalb möchte ich Dich darum bitten, für die Bergwacht zu spenden. Es könnte ja sein, dass Du und Dein Vierbeiner mal in Not geratet, und dann möchtest Du ebenso glücklich abends nach Hause gehen können!

 

Wenn Du die hier beteiligte Bergwacht unterstützen möchtest, findst du die Spendendaten auf der
Homepage der Bergwacht Chiemgau unter dem Punkt "Förderer werden - Spenden"

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