Wandern mit "Kampfhunden": "Kämpfer-Hund" Baldur

Wandern mit Hund, Wandern mit Kampfhund

Er ist ein Kraftpaket, ein Partner, ein Kämpfer – aber kein "Kampfhund" im wahrsten Sinne des Wortes: Denise hat mit ihrem Baldur das Wandern, im speziellen das Dogtrekking für sich entdeckt und erzählt, wie es ihr mit der besonderen Rasse geht ...

Wie heißt dein Hund, welche Rasse hat er, wie groß und, wie alt ist er?

Baldur ist ein Staffordshire Bullterier, geboren am 7, November 2015. Er wiegt etwa 15 kg bei einer Schulterhöhe von 38 cm.

Wie oft gehst du mit deinem Hund wandern und wie weit?

Bisher waren wir lediglich ein bis zweimal mal monatlich in der Gruppe oder mit Freunden unterwegs. Nun versuche ich die Häufigkeit zu steigern und unternehme auch spontane Wanderungen mit ihm allein. Unsere bisherigen Durchschnittswerte liegen bei etwa 10 bis 15 km bzw. zwei bis vier Stunden.

Fotos: privat/Gollas

Vor welche Herausforderungen/Probleme stellt dich die Besonderheit deines Vierbeiners beim Wandern?

Er ist an nahezu alle Untergrundarten gewöhnt und begeht diese meist ohne zaghaft zu sein. Jedoch ist er Wasser gegenüber noch etwas zurückhaltend. Aufgrund seiner Körpergröße kann er in hohen Gras schon mal außer Sicht geraten ;)

Inwieweit schränkt dich dein Vierbeiner beim Wandern ein? Wo sind eure Grenzen?

Unsere bisherigen Grenzen liegen noch in beiderseitiger „Untrainiertheit“. Ich bin gern sportlich aktiv und habe mich aus diesem Grund explizit für eine kraftvolle und ausdauernde Rasse entschieden. Das Wandern war eine spontane Idee und entwickelt sich nun stetig zu einem festen Bestandteil unseres Lebens. Doch wie sagt man so schön: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Welche Lösungen hast du dir für die Besonderheit deines Hundes überlegt?

Er ist ein kleines Kraftpaket und hat „leider“ schon immer gern an der Leine gezogen. Dies versuche ich ihm durch gezieltes Training den Alltag betreffend abzugewöhnen. Doch beim Wandern darf er gern seine Muskeln spielen lassen und mit seinem Zuggeschirr zeigen was er kann. Ich traue meinem Hund zu, dass er dies auf Dauer lernt zu unterscheiden und letztlich beim normalen Gassigehen locker an der Leine schlendert, jedoch beim Wandern mit Zuggeschirr seine Kraft und Ausdauer einsetzen kann. Daher habe ich mich auch für Canicross entschieden.

Wie reagieren andere Wanderer oder auch Hüttenwirte?

Glücklicherweise hatten wir bisher keine negativen Konfrontationen menschlicher oder tierischer Natur. Wenn ich nach seiner Rassezugehörigkeit gefragt werde, weichen zwar manche Zweibeiner erstmal skeptisch zurück, doch gezielte Anfeindungen gab es nicht. In unserer Dogtrekkinggruppe sind wir gern gesehen und werden auch wiedererkannt. Er ist zutraulich, verspielt und neugierig, aber auch temperamentvoll. Bei Kurzurlauben hat er im Hotel schon gezeigt, dass er sich auch in unbekannter Umgebung souverän führen lässt und ist nicht unangenehm aufgefallen. Das Personal war von seiner aufgeweckten und zutraulichen Art immer angetan.

Welche Tipps könntest du Wanderanfängern mit dem gleichen Hund geben?

Wie jeder andere junge Hund sollte natürlich auch diese Rasse langsam an lange Wegstrecken und zeitlich intensive Ausflüge gewöhnt werden, um den Hund nicht zu überlasten. Nicht nur Zweibeiner benötigen Pausen und Stärkungen während einer Wanderung. Genau wie man selbst auf seine Bedürfnisse achtet, ist es wichtig die Signale seines Vierbeiner richtig zu deuten und auf seine Bedürfnisse einzugehen.

 

In Bezug auf den Staffordshire Bullterrier ist meine Einschätzung, dass der Halter selbst eine starke Persönlichkeit aufweisen sollte. Diese Rasse kann dominant, temperamentvoll und bullterriertypisch stur sein. Dem muss man konsequent entgegnen können. Im Gegenzug gewinnt man einen zuverlässigen, tapferen und liebevollen (Team-)Partner, ja, einen Kämpfer. Doch keinen „Kampfhund“.

Welches Erlebnis in Zusammenhang mit deinem Hund beim Wandern ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Seit ich Anfang des Jahres mit dem Wandern begonnen habe, konnte ich viele wundervolle Erinnerungen sammeln und jede Tour hatte einen besonderen Moment. Jedes mal bin ich von Baldurs Hartnäckigkeit und Ausdauer beeindruckt. Sogar wenn ich ihn schon nachts um 2 Uhr aus seinem Körbchen locke und gemeinsam mit der Dogtrekking-Gruppe eine Wanderung zum Brocken unternehme, ist er mit Feuereifer dabei. Und das magische Feuer erwartete uns schließlich am 2. Juli 2017 pünktlich um 5:04 Uhr zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel des nördlichsten deutschen Mittelgebirges. Mein Baldur, er ist der Funke, der meine Freude entflammt.

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