Wandern mit kleinen Hunden: Trio mit Chihuahuas und Labrador

Wandern mit kleinen Huuden, Wandern mit mehreren Hunden

Das vierbeinige Trio mit einem Labrador und zwei Chihuahuas ist mit Christiane Lange unterwegs. Dass auch die kleinen Racker Jagdtrieb haben und zur Bestie mutieren können, musste sie am Berg schon leidlich erfahren ...

Über ihre Wanderungen mit dem vierbeinigen Trio berichtet Christiane Lange übrigens auch auf ihrem eigenen Blog: "Wandern mit Chihuahuas"

Wie heißen deine Hunde und was gibt es noch über sie zu sagen?

Ich habe drei Hunde: Emmi ist eine schwarze Labradorhündin. Sie ist vier Jahre alt und 21 kg schwer. Emmi  ist sehr freundlich zu allen Menschen, Kindern und Hunden, möchte als echter Labrador von allen  geliebt werden. 

 

Dann sind da noch die beiden langhaarigen, quirligen Chihuahuas: Pino, dunkel gestromt, 2,1 kg, ein Jahr alt und Skippy wild-beige farben, 2,5 kg schwer, zwei Jahre alt, beides sind Rüden. Sie lieben Emmi und meine beiden Kater und sind der Meinung, Haus und Hof verteidigen zu müssen. Ich  nehme alle drei Hunde mit zur Arbeit, dort bleiben sie ruhig auf ihrem Platz liegen. Gott sei Dank,  sonst wäre das ja nicht möglich. 

Wie oft gehst du mit deinen Hunden wandern und wie weit?

So pauschal kann ich das nicht beantworten. Mit Emmi bin ich 2014 den Franziskusweg in Italien gegangen, da hatte ich die Chihuahuas noch nicht. Mit allen drei Hunden habe ich bisher nur Tageswanderungen gemacht. Ich wohne in den Berchtesgadener Alpen mitten in einem wunderbaren Wandergebiet und habe daher keine weiten  Anfahrtswege. Wenn es lange Touren sind, stehen wir im Sommer früh morgens auf, um vor  Sonnenaufgang los wandern zu können und am Abend wieder zu Hause zu sein. Wie oft ich große Touren mache hängt auch vom Wetter und der freien Zeit ab. Kleinere Spaziergänge/Wanderungen (2 bis 3 Stunden)  mache ich öfters. 

alle Fotos: ©Lange

Vor welche Herausforderungen/Probleme stellt dich die Besonderheit deiner Vierbeiner beim Wandern?

Da sind zum Beispiel Hundebegegnungen in schwierigem Gelände, denen man nicht ausweichen  kann. Der Jagdinstinkt bei plötzlichem Auftauchen von Wild ist problematisch (Wolfsgene hat halt  jeder Hund, ob groß oder klein). Wenn einer läuft, rennen alle hinterher. Eine weitere  Herausforderung sind steile Leitern, welche die Chihuahuas nicht umlaufen können. 

 

Bedenken habe ich auch manchmal, wenn ich beispielsweise durch das Klausbachtal, Wimbachtal oder über eine Hochebene wie die Reiteralm oder auf dem Untersberg laufe, dass meine kleinen  Chihuahuas Beute eines Adlers werden könnten. 

Inwieweit schränken dich deine Vierbeiner beim Wandern ein? Wo sind eure Grenzen?

Ich muss gestehen, ich bin nicht ganz schwindelfrei. Schwierigere Bergtouren gehe ich nie alleine.  Meist begleitet mich mein Sohn dabei. Er ist die Touren schon vorher abgegangen und weiß was er mir und den Hunden zumuten kann. Meine Hunde scheinen eine bessere Kondition als ich zu haben, sind schwindelfrei und haben keine Angst vor schwankenden durchsichtigen Brücken und die Chihuahuas überqueren auch mal einen Gebirgsbach von Stein zu Stein hüpfend oder durchwatend.

 

Falls ich persönlich die Risiken zu groß  einschätze, denn ich habe ja die Verantwortung für die Tiere, ist es kein Problem für mich, kurz vor dem Ziel umzukehren oder mit den Hunden zu warten bis meine Begleiter zurückkommen. Ich fühle mich da nicht eingeschränkt und kann eine Tour auch ohne Gipfelerlebnis genießen. 

Welche Lösungen hast du dir für die Besonderheit deiner Hunde überlegt?

In schwierigem Gelände begleitet mich mein Sohn und übernimmt Emmi, die brav hinter ihm herläuft und ich kümmere mich um die beiden kleinen Hunde, denn in wildreichen Gebieten müssen wir die Hunde an der Leine lassen. Bei Wanderungen tragen alle Hunde ein Brustgeschirr. Emmis elastische Leine kann man an einem Bauchgurt befestigen, damit man die Hände frei hat.

 

Die beiden Chihuahuas hängen an einer Doppelleine. Eine Doppelleine ist jedoch beim Klettern, Hüpfen und Springen und Umwege suchen oft hinderlich. Manchmal ist es auch besser, sie ohne Leine hinter mir herlaufen zu lassen, z.B. auf schmalen, steilen Pfaden. Ab und zu hebe ich die Chihuahuas auch am Brustgeschirr hoch, aber meist finden sie ihren Weg.

Das Hinterherlaufen üben wir häufig auch auf normalen „Gassi -Spaziergängen“ mit dem Kommando“ zurück“ und „Bleib“ und „Halt“, das klappt inzwischen ganz gut. Beim Überqueren von Stahlgitterbrücken und Stufen besteht die Gefahr, dass die Chihuahuas mit ihren kleinen Pfötchen drin stecken oder hängenbleiben, hier werden sie getragen, ebenso bei steilen Leitern, die sie nicht umgehen können.

 

Emmi läuft problemlos und vorsichtig darüber. Wenn ich mit meinen Hunden alleine wandere, darf ich nicht in Gedanken vor mich hin träumen, sondern muss immer auf Überraschungen gefasst sein. Oft erkenne ich schon am Verhalten der Hunde ob Wild in der Nähe ist.

 

Ich beobachte und filme meine Hunde viel in der freien Natur und habe festgestellt, dass sie sich eigentlich immer in Sichtweite von mir aufhalten und wenn sie mal um eine Ecke verschwinden, kommen sie gleich darauf zurück und schauen wo ich bleibe.

 

Manchmal verstecke ich mich und lasse mich von den Hunden suchen. Es ist jedoch nicht so einfach solch einen unbemerkten Moment zu finden, denn irgendeiner schaut immer nach mir und kommt sofort angelaufen. Aber ich denke solche Versteckspiele erhöhen die Aufmerksamkeit und Bindung. 

Wie reagieren andere Wanderer oder auch Hüttenwirte?

Wie bereits erwähnt, habe ich bisher nur Tageswanderungen mit meinen drei Hunden gemacht. Wenn mir andere Wanderer begegnen, sind die oft sehr erstaunt über diese kleinen Hunde und fragen mich ob das ein „Oachkatzerl“ (Eichkätzchen) ist. Oder sie machen Witze: das sind wohl “Lawinensuchhunde“. Bei Wanderern mit Hund – und das sind ja meist größere – sollte ich rechtzeitig meine beiden Kleinen unter Kontrolle bekommen, sonst mutiert der kleinere Pino zur Bestie. In Hütten einzukehren hatte ich bisher keine Probleme. Ich versuche mich abseits von anderen Hunden aufzuhalten. 

Welche Tipps könntest du Wanderanfängern mit den gleichen Hunden geben?

Ich ziehe es vor mit mehreren Hunden nicht alleine schwierige und unbekannte Touren zu gehen, denn ab und zu benötigt man unterwegs Hilfe, z. B. beim Überwinden von Leitern. Letztendlich muss ich das Verhalten, die unterschiedlichen Charaktere und Eigenarten von meinen Hunden gut kennen, um dementsprechend reagieren zu können. 

 

Man sollte beim Wandern genügend Wasservorräte dabei haben, nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Hunde. Auch die Tiere benötigen Pausen im Schatten. Im Winter bevorzuge ich trockene Kälte mit Sonnenschein. Bei Nässe sind meine Spaziergänge mit Chihuahuas dementsprechend kürzer, Emmi macht das nichts aus. 

 

Für meine Chihuahuas speziell habe ich immer kleine Leckerbissen dabei wie durchgebratene Hühnerherzen oder ähnliches, weil Tierärzte sagen, dass Chihuahuas auf längeren Wanderungen leicht unterzuckern können. Natürlich kann ein Labrador dabei nicht zusehen und bekommt dann auch ein Stückchen ab. 

 

Viele gute Tipps habe ich mir aus dem Buch Wandern mit Hund geholt 

Welches Erlebnis in Zusammenhang mit deinen Hunden beim Wandern ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Viele schöne und erholsame Stunden mit Hunden in der Natur gab es bisher!

 

Aber auch ein negatives Erlebnis lässt mir jetzt noch das Herz schneller schlagen. Wir machten mit meinen Chihuahuas eine erste große Wanderung. Ich hatte eine Umhängetasche zusammengefaltet in meinem Rucksack, falls die armen Kleinen zu erschöpft zum Weiterlaufen wären. Meine Schwester und mein Sohn begleiteten mich auf einem schmalen Pfad an einem abschüssigen Schotterhang mit vielen kleinen und großen Felsbrocken übersät.

 

Mein Sohn wollte noch schnell mal auf einen Gipfel und meine Schwester und ich gingen zurück. Plötzlich polterten von oben Steine herab und über uns flüchteten ein paar Gämsen. Meine Hunde sind sofort hinterher. Die beiden Chihuahuas flitzten wie die Wiesel über die Stein- und Felsbrocken dahin. Kein Schreien und Pfeifen half - das war mir eigentlich klar - aber in dem Moment konnte ich nicht anders.

 

Wir gingen weiter. Es dauerte dann auch nicht lange und alle Hunde kamen nacheinander heil zurück. Ich war so froh, dass weiter nichts passiert ist und gleichzeitig richtig sauer auf diese doofen Hunde – ein Wechselbad der Gefühle, aber im Nachhinein darf man ja nicht schimpfen.

 

Wir gingen zurück zur Hütte, tranken ein Radler und warteten auf meinen Sohn. Meine Hunde lagen ausgepowert und zufrieden unter dem Tisch. Ich hätte das den kleinen Chihuahuas nicht zugetraut und überlegte mir, wie ich sowas in Zukunft verhindern kann. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Stephi (Mittwoch, 19 Juli 2017 08:55)

    Schöner Beitrag!! Auch wir wandern mit unserem Chihuahua. Alle sind immer ganz erstaunt, wenn sie den kleinen Hund sehen. Die längste Strecke sind wir durch die Ötschergräben gewandert. Wunderschön und eine ganz tolle Strecke für die kleinen Hunde ;)